In Bayern sind die Grenzabstände für Bäume und Sträucher übersichtlich geregelt, mit wenigen Ausnahmen.

Grundregel in Bayern:

Für Gehölze bis 2,00 m Höhe gilt ein Mindestabstand von 0,50 m

Für Gehölze bzw. Bäume über 2,00 m Höhe gilt ein Mindestabstand von 2,00 m

(ohne Gewähr)

Von dieser Grundregel gibt es nunmehr folgende Ausnahmen:

Bei angrenzenden Waldgrundstücken unabhängig von der Höhe der Bäume generell nur einen Abstand von 0,5 Meter vorgeschrieben.

Gegenüber einem landwirtschaftlich genutzten Grundstück, dessen Nutzung durch die Beeinträchtigung des Sonnenlichts erheblich beeinträchtigt würde, muss man mit Bäumen von mehr als 2 Meter Höhe einen erweiterten Grenzabstand von 4 Metern einhalten.

Die vorstehenden Grenzabstandsvorschriften sind nicht auf Pflanzen oder Bäume anzuwenden, die sich hinter einer Mauer oder einer sonstigen dichten Einfriedung befinden und diese nicht oder nicht erheblich überragen. Die Grenzabstandsvorschriften gelten weiter nicht für Bepflanzungen längs einer öffentlichen Straße oder eines öffentlichen Platzes, sowie für Bepflanzungen, die zum Uferschutz, zum Schutz von Abhängen oder Böschungen oder zum Schutz der Eisenbahn dienen.

Der Anspruch auf Beseitigung eines die vorgenannten Grenzvorschriften verletzenden Zustandes verjährt in fünf Jahren.

Selbstverständlich können sich Nachbarn (am besten schriftlich) auf geringere Abstände einigen oder z.B. eine gemeinsame Hecke auf die Grenze setzen. Dies ist z.B. in kleinen Reihenhausgärten sinnvoll.

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Fragen und Kommentare zu "Grenzabstände in Bayern"

  1. Huber Brigitte und Josef sagt:

    Wir wohnen direkt an einer Friedhofsmauer. Auf dem Friedhof wurde direkt an der Mauer 2013 von einem Privatmann ein Ahorn (wird 4m hoch) gepflanzt, der vor einem Jahr von irgendjemand gefällt wurde. Jetzt wurde der Ahorn erneut an die gleiche Stelle gepflanzt. Wir haben den Gärtner darauf hingewiesen, dass der Abstand von 2 m nicht eingehalten wird. Er teilte uns mit, dass der Baum zum „Altbestand“ gehört und daher den Abstand nicht einhalten muss. Stimmt das so, das die Regel für Nachpflanzungen nicht gilt?
    Herzlichen Dank für Ihre Antwort

    • Ich bin kein Anwalt, aber das Argument klingt abenteuerlich. Nach meinem Verständnis ist jetzt die Zeit zum Handeln (sobald der Verstoß bekannt/offensichtlich ist).

  2. Marianne Söller sagt:

    Hallo Frau Jobst,
    Mein Nachbar hat einen Chilenischen Affenbaum 2 m von der Grundstūcksgrenze weg gepflanzt. Diese Art Båume werden in unseren Breiten bis zu 10 m hoch und 4 m breit. Jetzt habe ich mal gelesen bei so hoch wachsenden Bäumen gäbe es Ausnahmen, nämlich bis zu 8 m Abstand. Ein anderes mal las ich 4 m Abstand wenn ein landwirtschaftlicher Anbau zu sehr durch den Baum beschattet wird. Bei mir ist der Fall, dass mein privates Gewächshaus beschattet wird. Wie verhält es sich da mit dem Abstand.

  3. Anne sagt:

    Welche Grenzabstandsvorschriften gelten denn für Bepflanzungen längs einer öffentlichen Straße?

  4. Renate Jobst sagt:

    Hallo, welchen Grenzabstand muß mein Nachbar einhalten?

    Er hat am 24.12.2017 12 Stck. Elsbeerbäume gepflanzt. 3 Stck. davon sin im Abstand von 2,40 m zu meiner Grenze.
    Meine Frage: Wie weit müssen so große oder so groß wachsende Bäume von der Grenze weg sein?
    Für eine Antwort wäre ich ihnen dankbar.

    MfG Renate Jobst

    • Hallo Frau Jobst,
      Eigentlich ist alles beschrieben. Die Elsbeeren sind bzw. werden über 2 m hoch. Damit ist standartmäßig ein Abstand von mind. 2 m einzuhalten. Mit 2,4m wäre der Nachbar nach meiner Einschätzung auf der sicheren Seite.

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