Neben Rasenschäden durch fehlerhafte Pflege gibt es noch eine Reihe ungewollter Entwicklungen. Manche sind nur vorübergehend, manche sind lästig und andere zerstören den Rasen.

Die sechs häufigsten Krankheiten und Schädlinge finden Sie nachfolgend auf eigenen Seiten:

Und noch ein paar Tipps zu Rasenschäden mit eher marginaler Bedeutung:

Algen

Bei lange anhaltend feuchter Witterung können Algen zum Teil über Nacht gallertartige, schleimige Schichten bilden. Sie überziehen die Bodenoberfläche und siedeln sich auf lückigen, sehr kurz gemähten Flächen an, wo sie genügend Licht zum Wachstum haben. Abhängig von der jeweiligen Art sind die Algenteppiche schwarz-oliv (Blaualgen), grün (Grünalgen) oder braun (Kieselalgen).

Die Algenschichten sind gallertartig, schmierig und verhärten sich bei Trockenheit zu einer festen Kruste. Sie behindern den Luftaustausch und hemmen die Wasserversickerung, weil diese Kruste stark Wasser abweisend wirkt. Außerdem verhindern diese Algenteppiche die Regeneration der vorhandenen Gräser. Manche Algenarten sondern sogar toxische Stoffe im Wurzelraum ab, die das Wachstum der Gräser behindern.
Das Wachstum der Algen ist zwar an Wasser bzw. hohe Bodenfeuchte gebunden. Aber sie können Monate lang austrocknen und auf ihre „Chance“ warten. Bevor die Algen dazu Gelegenheit haben, greifen Sie ein.

Algen-­Bekämpfung

Die einzige Chance, die Algen zu bändigen: Entfernen Sie die trockene Kruste. Ist sie ziemlich dick und wenn keine Gräser eingeschlossen sind, lässt sich die Kruste leicht mit der Schaufel abheben. Ansonsten hilft nur radikales kreuz und quer Vertikutieren.
Anschließend harken Sie die Kruste ab. Vermutlich werden dabei große Lücken zum Vorschein kommen. Das nehmen Sie in Kauf, weil Sie ohnehin nachsäen müssen. Zuvor aber ist die Ursache der Algenplage zu beheben und das ist meist nicht eine alleine:

  • Schwerer Boden (siehe auch Bodenverbesserung)
  • Staunässe
  • mangelnde Durchlüftung
  • Filzbildung durch unsachgemäßes Mulchen

Regenwürmer

IMGP2113Es ist schon sonderbar: Gerade in optimal aufbereitetem Boden fühlt sich der Regenwurm wohl. Sein Vorkommen bzw. seine Bestandsdichte kann auf einen guten Boden hindeuten. Deshalb ist der Regenwurm eigentlich ein gern gesehener Helfer im Garten. Tritt er in Massen auf, kann dies unschöne Erdhäufchen von 3-6cm Durchmesser hinterlassen. Das ist besonders bei kurz gemähtem, gut gepflegten Rasen lästig und kann sogar zur Beeinträchtigung der Nutzung führen, wenn z.B. bei Sportrasen die Grasnarbe nicht mehr intakt ist.

Den Regenwurm zu bekämpfen, wäre Hohn. Legitim ist es aber, die Würmer, die nach durchdringender Bewässerung an die Oberfläche kommen, abzusammeln und sie – weit genug weg – z.B. auf einer Wiese oder im Wald wieder auszusetzen.

Laub rechen

Rechen Sie im Herbst das Laub regelmäßig ab. Fällt das Herbstlaub, ist es eine gute Angewohnheit, es abzurechen, sobald es abgetrocknet ist. Dann geht das vergleichsweise einfach. Bei großen Flächen tut ein Gebläse gute Dienste.
Liegt das Laub mehrere Wochen auf dem Rasen, womöglich noch nass, fördert es Pilzbildung und Fäulnis. Das Laub nimmt den Gräsern außerdem das Licht, auf das sie angewiesen sind.

Bei Frost nicht betreten

Bei Frost ist das Betreten des Rasen tabu. Das sollte immer gelten. Betreten Sie die gefrorene Rasenfläche, brechen die Grashalme und es entstehen Eintrittspforten für Krankheitserreger, besonders für Pilze.
Da die Gräser sehr tief abbrechen, sind die Fußspuren oft noch im Frühjahr zu erkennen. Der Rasen braucht längere Zeit, bis er sich von diesen Frost-Trittschäden erholt hat.

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Fragen und Kommentare zu "Rasenschäden"

  1. Tom sagt:

    Hallo Herr Löwer,

    vielen Dank für Ihre Ratschläge, die ich auch so umsetzen werde. Da denkt man, man macht alles richtig und dann passiert sowas.
    Ist das Rasenlüften auf so jungem Rollrasen (dann ca. 6 Wochen alt) auch möglich? Nicht, dass ich den versehentlich den halben Teppich anheben.

    Viele Grüße und noch einen schönen Abend.

    Tom

    • Wenn der Rasen angewachsen ist, dann können Sie bedenkenlos lüften. Die schonene „Reinigung“ ist ja der Hauptvorteil des Lüftens gegenüber dem Vertikutieren.

  2. Tom sagt:

    Guten Tag Herr Löwer,

    ich habe eine Frage und ich hoffe, dass Sie mir vielleicht weiterhelfen können. Ein bisschen habe ich mich auch schon auf Ihrer Seite umgesehen, wüsste es aber gerne noch aus erster Hand.

    Folgendes:
    Vor ca. drei Wochen habe ich Rollrasen verlegt. Ich habe vorher auch Starterdünger mit Langzeitwirkung (3 Monate) ausgebracht und mich an die empfohlene Bewässerung gehalten. Es war auch sehr heiß, sodass ich morgens sowie abends den Rasen gewässert habe.
    Nach ca. 13 Tagen habe ich den Rasen das erste Mal gemäht. Ich habe einen Spindelmäher und eingestellt wurde dieser auf höchster Stufe (42 mm). Und beim Mähen denke ich, dass ich einen Fehler gemacht habe, den ich habe den Rasen einmal längs sowie einmal quer gemäht. Danach war der gemähte Rasen so kurz, dass ich ihn nicht mehr abharken konnte.
    Naja, nach zwei Wochen habe ich die Bewässerung auf ein normales Niveau zurückgefahren und nun nach drei Wochen habe ich mehrere braune Stellen im Rasen. Ich habe ihm seitdem noch zweimal gemäht. Ich bin ein Freund des Mulchens, jedoch denke ich, dass beim ersten Mähen zu viel Rasen liegen geblieben ist. Nun ist es so, dass die braunen Stellen nicht trocken sind, sondern eher modrig riechen und auch leichte Schimmelsporen zu sehen sind. Also, ist meine Vermutung, dass ich nun Rasenfäule habe.

    Können Sie mir evtl. weiterhelfen, was ich in diesem Fall machen kann? Wässern sicherlich einstellen. Gibt es noch ein Mittel, was ich zur Stärkung des Rasens auftragen kann? Soll ich wie gewohnt weiter mähen (42 mm)?

    Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn sie eine Lösung aufzeigen könnten.

    Viele Grüße und noch einen schönen Tag.

    Tom

    • Hallo Tom,
      Rollrasen mähe ich nach 8-10 Tagen und die ersten Schnitte sicher nicht mit dem Spindelmäher, sondern eher konventionell. Nach 13 Tagen ist meist soviel Gras gewachsen, dass es aufgenommen werden muss und das macht der Motormäher durch absaugen schonender als Sie mit dem Abharken von Hand.
      Ich finde es schade, dass die Industrie nur Schnitthöhe von max. 45mm vorsieht. Lieber wären mir in diesen Hitzeperioden 50-60mm Schnitthöhe.
      Der Spindelmäher ist geeignet bei häufigen Schnitten und normalen Wuchsbedingungen, nicht aber, wenn der Rasen bei Erstschnitt heruntergemäht wird.
      Vermutlich ist Ihr Rasen wegen geringer Schnitthöhe verbrannt. Wahrscheinlicher ist das Problem aber eher Rasenmulch, der sich nicht schnell genug zersetzt. Meine Empfehlung: Mit dem Rasenlüfter (Federzinkenwalze) den Mulch herausholen. Düngung nur noch sehr sparsam mit wenig Stickstoff. Wässern nur 1x wöchentlich durchdringend. Schnitthöhe in Hitzeperioden eher 5-6cm. Ggf. nachsäen, aber bitte erst ab Mitte September bei moderaten Temperaturen.
      Viel Erfolg!

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