Testbericht mit Überraschungen

In diesem Mähroboter-Testbericht teile ich meine Erfahrungen mit dem neu installierten Rasenroboter. Und da gab es so manche Überraschung, die ich nicht bedachte. Die Wahl meines Favoriten ist hier beschrieben. Es ist ein Gardena „Sileno life 750“. Aber das ist meines Erachtens hier gar nicht so wichtig. Denn die Rasenroboter arbeiten alle nach dem gleichen Prinzip, mit mehr oder weniger gleichen Stärken und Schwächen. Wichtiger ist mir, dass Sie die Schwachstellen bei Kaufüberlegungen wie bei der Installation im Auge behalten.

Begrenzungsdraht durchtrennt

Die Installation war mit der Programmierung abgeschlossen und der erste Testlauf stand an. Das Handbuch schrieb vor, das Mähwerk in der ersten Woche auf 50mm, den höchsten Stand einzustellen. Das macht auch Sinn, weil der Begrenzungsdraht erst mit der Zeit überall satt am Boden aufliegt.

Begrenzungstraht durchtrenntDa ich aber nicht sehr folgsam bin, hatte ich nur 40mm eingestellt, weil ich meinen Draht ja „sauber“ verlegt habe. Die Ernüchterung folgte prompt, aber an ganz anderer Stelle: Meist „wächst“ das Rasenniveau an den Rändern im Laufe der  Jahre nach oben und genau da, wo der Rasen etwa 2-3 cm höher war als die Mähkante, durchtrennte das Mähwerk den Begrenzungsdraht. Man sollte doch gelegentlich die Denkmaschine zuschalten…

Ich hatte den Begrenzungsdraht oberirdisch verlegt und deshalb war er mit zwei Klemmen und einem Stück Draht schnell wieder geflickt.  Unterirdisch verlegt, kann das nicht passieren.

Plattenweg als MähkanteBei 150 qm mäht der Rasenroboter etwa eine Stunde und fährt brav wieder in die Garage zum Strom tanken. Das dauert ebenfalls eine Stunde und dann fährt er nochmals für etwa 20 Minuten heraus. Das macht er, wie befohlen, jeden Tag ohne zu meckern. Allerdings dauert es fast eine Woche, bis auch wirklich jede Ecke gemäht ist. Nach einer Woche habe ich eine sauber und auf den ersten Blick gleichmäßig geschnittene Rasenfläche.

Sobald der Mäher merkt, dass ihm die Puste ausgeht, fährt er am Leitdraht entlang in die Garage. Die Garage im Bild ist übrigens selbst gebaut – aus ein paar Brocken Restholz. Eine Bauanleitung stelle ich noch ein. Sie spart einen schönen Batzen Geld und ich finde sie zweckmäßiger als die gekauften. Aber zurück zu meinen Erfahrungen.

Er saugt nicht

Blütenblätter auf dem RasenWer den althergebrachten Sichelmäher gewohnt ist, dem kommt gar nicht in den Sinn, dass der Mähroboter nicht saugt. Davon war eigentlich auch nirgendwo die Rede, nur denkt keiner daran. Der Kirschbaum am Rand lässt gerade die Blüten fallen. Ein Gang mit dem Sichelmäher und der Rasen ist wieder sauber. Die Blütenblätter sind nicht mal so schlimm.

Das Herbstlaub müssen wir allerdings von Hand abrechen oder doch wieder den alten Benzinmäher hervorholen. Das merkte ich schon nach dem ersten stärkeren Wind, der alles Mögliche an Blättern, Blüten und Kleinzeugs über den Rasen verteilte. Das ist nicht die Aufgabe des Mähroboters. Das wäre ja auch zu schön gewesen.

Probleme bei Regen

Die Werkseinstellung schlug als Arbeitsbeginn 8:00 Uhr vor und das beließ ich auch dabei. Allerdings gab es bei starkem Morgentau Probleme: Je feuchter der Rasen, um so hartnäckiger klebt er am Chassis auf der Unterseite des Roboters und lässt einen Batzen Gras fallen, wo es ihm gerade gefällt.

Deshalb habe ich schon am dritten Tag umprogrammiert. Um 11:00 Uhr lasse ich den Helfer jetzt aus der Hütte. Bis dahin ist der Rasen im Normalfall abgetrocknet. Bei Regen allerdings wachsen auch die Probleme mit den Grashaufen und das stört nicht nur das Gesamtbild. Bleiben die Haufen liegen, verschwindet an der Stelle der Rasen. In den letzten vier Wochen habe ich also zweimal mit dem Benzinmäher nachgearbeitet, um Grashaufen, Blätter und Blüten abzusaugen.

RasenmäherÜbrigens kann eine längere Regenperiode problematisch werden. Der Regensensor nutzt nicht wirklich etwas, wenn der Mäher tagelang nicht zur Arbeit erscheint. Dann werden irgendwann die Halme zu lang, um sie liegen lassen zu können und ich muss doch wieder den Motormäher anwerfen.

Bei Hitze mähen?

Nun lasse ich den Mäher wegen des morgendlichen Feuchte um 11:00 Uhr starten. Damit mäht er ausgerechnet in der Mittagshitze. Bei herkömmlichen Sichelmähern kann das in ungünstigen Fällen zu unschönen Verbrennungen führen, wenn der Mäher stumpf ist und die Gräser mehr abschlägt als abschneidet.

Beim Mähroboter gehe ich jedoch von scharfen Klingen aus, die ein sauberes Schnittbild hinterlassen. Daher habe ich  auch beim Mähen während der Mittagssonne gute Erfahrungen.

Die Ränder

Der Rasenroboter fährt ca. 25 cm hinter den Begrenzungsdraht, um bis 10 cm hinter dem Draht noch zu mähen. Entlang des 50 cm breiten Plattenweges legte ich den Begrenzungsdraht direkt an die Plattenkante. Bei den 15 cm breiten Mähsteinen muss ich genauer arbeiten. Liegt der Draht mehr als 10 cm von den Steinen entfernt, bleibt ein Streifen stehen, den ich von Zeit zu Zeit von Hand nachmähen muss.

Verlege ich den Begrenzungsdraht zu nahe an den Mähsteinen, dann fährt der Roboter in die Bepflanzung.  Deshalb ist es besser, beim Einsatz eines Rasenroboters eine 20 cm breite Mähkante zu verlegen. Je schmaler die Mähkante, umso mehr ist von Hand nachzumähen. Das gilt besonders an den Ecken.

Mein Fazit zum Rasenroboter-Testbericht

Das saubere Schnittbild bei trockener Witterung und der Flüsterton sind beeindruckend. Ich werde allerdings nicht ganz ohne einen Motormäher auskommen, um einzugreifen, wenn der Roboter seine Schwachpunkte auslebt. Aus ökologischer Sicht ist der Mähroboter ideal, weil die Biomasse auf der Fläche bleibt, dort verrottet und wieder zu Dünger wird. Der Kreislauf bleibt also geschlossen und Dünger spare ich auch noch, zumindest zu 80%.

Den Begrenzungsdraht lasse ich nach der vierwöchigen Testphase in die Erde verschwinden, damit ich auch vertikutieren kann. Jetzt weiß ich ja genau, wie der Roboter tickt.

Für 150 qm ist der Mäher gewaltig überdimensioniert. Voll ausgelastet, ist er sicher sein Geld wert.

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Fragen und Kommentare zu "Mähroboter-Testbericht"

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