Insektenlarven können massive Schäden im Rasen anrichten. Besonders die Engerlinge, die einige Jahre im Larvenstadium leben. Zu Beginn ihres Daseins ernähren sie sich von toter, organischer Substanz. Aber gerade die Engerlinge beanspruchen mit ihrem Wachstum auch mehr Nahrung und finden Geschmack an Pflanzenwurzeln. Bei massenhaftem Auftreten fressen Sie die Rasenwurzeln soweit ab, dass die Gräser vertrocknen und absterben. So extrem passiert es äußerst selten. Viel gravierender sind die Sekundärschäden:

Haben Vögel „den Braten“ gerochen, gibt es kein Halten mehr. Auf der Suche nach den fetten Leckerbissen picken sie den ganzen Rasen ab. Besonders Krähen sind in dieser Hinsicht in Verruf geraten. Sie können eine völlig zerhackte Grasnarbe hinterlassen. Rasenflächen in Randbereichen bzw. in Waldnähe sind besonders durch Wildschweine gefährdet. Auf der Suche nach Nahrung pflügen sie den Rasen regelrecht um und hinterlassen eine Kraterlandschaft.

Bekämpfung:
Ich fürchte, dieser Absatz wird Ihnen nicht gefallen, aber es hilft nichts: Eine chemische Bekämpfung ist schon lange verboten. Das ist auch gut so, denn mit den Giften würden auch Nützlinge unkontrolliert vernichtet. So bleiben einige biologische Möglichkeiten:
Fadenwürmer: Bei Dickmaulrüssler-Larven und bei verschiedenen Engerlingen, insbesondere von Gartenlaubkäfern, ist der Einsatz von Fadenwürmern (HM-Nematoden) sehr wirksam. Das setzt allerdings voraus, dass Sie wissen, um welche Larven es sich handelt.
Die Nematoden parasitieren nämlich gezielt nur wenige Larvenarten. Die Fadenwürmer sind ziemlich empfindlich gegen Austrocknung. Bester Zeitpunkt, sie auszubringen, sind deshalb die Abendstunden, verbunden mit durchdringendem wässern.
So haben die Angreifer genügend Zeit, sich während der Nacht langsam in den Boden zu verkrümeln, wo sie ihre „Arbeit“ aufnehmen. Je nach Larvenart setzt man Nematoden von April bis Oktober aus. Lässt die Larvendichte nach, reduzieren sich auch die Nematoden. Hier zwei Bezugsquellen von Nützlingen mit weiteren Infos:
www.nuetzlinge.de
www.neudorff.de

Ablesen: Nachts kommen viele Larven zum fressen an die Oberfläche. Das können Sie schamlos ausnutzen und, mit Taschenlampe bewaffnet, bis in die frühen Morgenstunden Larven ablesen. Gerade bei den großen Engerlingen von 4-5cm ist das einfach.
Intensive Bodenbearbeitung: Mähen Sie den Rasen in den frühen Morgenstunden (möglichst noch während der Dämmerung) sehr kurz, dann haben Sie sicher auch viele Larven im Fangkorb. Wenn Sie jetzt noch flach (3mm) vertikutieren, am besten kreuz und quer, dann ist das eine sehr effektive Bekämpfungsmethode. Tagsüber ist das leider vergeblich, weil sich die meisten Larven im Wurzelraum aufhalten.

Gestatten Sie mir noch eine zwischenmenschliche Bemerkung: Bereiten Sie Ihre Nachbarn darauf vor, dass Sie morgens um 4 Uhr mit Rasenmäher und Vertikutierer lautstark auf Larvenjagd gehen. Gemeinsame Feinde verbinden schließlich….