Weiche Übergänge schaffen

Viele Gärten haben entweder ein natürliches Gefälle oder es hat sich durch unterschiedliche Höhen von Terrasse und Gartengelände ein Gefälle ergeben. Diese Höhenunterschiede gestalterisch zu nutzen ist die hohe Kunst der Gartenplaner.

Gemeinhin „überwindet“ man diese Höhendifferenzen durch Treppen und Mauern oder durch Böschungen. Die meisten Bauherren denken darüber gar nicht nach. Es ist einfach selbstverständlich, einen ebenen Garten anzustreben.

Es kann jedoch sehr reizvoll sein, dem natürlichen Geländeverlauf nachzugehen und eine weiche, harmonische Geländemodellierung herauszuarbeiten. Hierzu müssen wir uns aber zunächst von der Vorstellung in unseren Köpfen befreien, dass alles gerade und eben sein muss.

Auf die Nutzung kommt es an

Zunächst klären Sie, wie Sie den Garten nutzen:

  • mit möglichst großer Rasenfläche?
  • die Bepflanzung nur als Sichtschutz am Rande?
  • oder haben Sie Freude am Gärtnern, also große Pflanzflächen für eine Vielfalt an Stauden und Gehölzen?
  • vielleicht möchten Sie einen Gemüsegarten oder zumindest eine kleine Nutzgartenecke?

Der Zweck ist die erste Vorgabe. Daraus ergibt sich die Gestaltung:

Der Nutzgarten sollte eben sein, schon um unnötige Bodenerosion zu vermeiden. Bei begehbaren Pflanzflächen sind 20% Gefälle kein Problem. Dicht bepflanzte Böschungen können 50% und mehr Steigung haben. Bei Rasenflächen kommt es auf die Nutzung an. Im allgemeinen sind Rasenflächen mit fünf Prozent Gefälle noch universell nutzbar.

Mehr dazu finden Sie im Beitrag Gartengestaltung im Detail oder Gartenplanung.

Sanfte Modellierung schafft harmonische Übergänge

Es geht nicht um „kurvige Gärten“ als Selbstzweck. Nur um der Modellierung Willen eine Grube auszuheben und nebenan einen Berg aufzuschütten, ist nicht meine Botschaft! Aber die Gegebenheiten anzunehmen statt zu eliminieren. Sie geschickt zu nutzen und so jedem Gelände seine individuellen Eigenheiten zu belassen. Das sollte unser Bestreben sein und kann aus jedem Gelände etwas Besonderes machen, weg von jeder Uniformität.

Zwei Beispiele sollen das verdeutlichen:

Übergang zum Garten

Terrasse

Ist die Terrasse höher als der Garten, dann ist die häufigste Lösung eine kleine, bepflanzte Böschung mit ein paar Stufen zum Garten.

Die Alternative: entweder die Terrasse über ein Podest und eine Stufe vom Wohnzimmer aus tiefer legen oder das Gelände zur Terrasse hin sanft anheben, sodass der Rasen direkt an die Terrasse anschließt. Verbinden wir beide Möglichkeiten miteinander, dann sind Höhendifferenzen von 80 cm kein Problem mehr. So vergrößern Sie ihren Wohnbereich enorm, statt ihn einzugrenzen. Und noch ein angenehmer Nebeneffekt: Ein leichtes Gefälle von der Terrasse weg erweitert den optischen Eindruck und ist gefälliger.

Rasen vermittelt Weite

Wege und Böschungen, Mauern und Utensilien, die die Rasenfläche durchschneiden, wirken unharmonisch. Sofern eine großzügige, zusammenhängende Rasenfläche Ihr oberstes Ziel ist, ordnen Sie alles andere unter.

  • verlagern Sie notwendige Böschungen bei großer Geländeneigung in die

    Wohngarten-Rasen

    Randbereiche zugunsten einer besser nutzbaren Fläche. Diese Böschungen können Sie ohne bauliche Eingriffe im Verhältnis 2:1 abfangen und möglichst dicht bepflanzen, damit der Boden bei Starkregen nicht erodiert.

  • Ein Rasengefälle bis zu 5% ist gut, bis 8 % zumindest noch beschränkt nutzbar.
  • Selbst bei ebenem Gelände empfehle ich,  es (fast unmerkliche) zu modellieren. Suchen Sie sich einen Punkt in der Rasenfläche, den Sie hervorheben möchten. Zu diesem Punkt hin geben Sie im Mittel ein bis zwei Prozent Gefälle. So wirkt die Rasenfläche sammelnd ruhig mit einer Betonung zum tiefsten Punkt hin. Dort können Sie z.B. einen Schattenbaum pflanzen, verbunden mit einer kleinen Gartenterrasse.
  • In kleinen Gärten ist oft nicht genug Platz für natürliche Geländemodellierung und Böschungen. Dann fangen Sie kleinere Höhenunterschiede z.B. mit Trockenmauern, Gabbionen oder L-Steinen ab.