Zuerst das Grobe

Beim Erstellen des Grobplanums geht es um das feinere Modellieren des Bodens mit Schaufel und Schubkarre. Beim Feinplanum lesen wir Steine ab und erstellen ein ebenes Gelände. Keine Angst, es ist nicht soooo schwierig, aber es wird von den meisten Gartenfreunden unterschätzt. Sie legen nämlich den größten Wert auf ein fein aufbereitetes Saatbett und sehen gar nicht, dass vorher noch ganz viele kleine Buckel und Täler auszugleichen sind.

Überblick verschaffen

IMGP0611Ich schaue mir das Gelände zuerst von weitem an, betrachte es dann von den Grenzen aus verschiedenen Blickwinkeln. Dabei lasse ich mir Zeit. Ich muss ein Gefühl für die Fläche bekommen, und für die möglichen Modellierungen. Dabei fallen mir auch kleinere Unebenheiten auf.
Hier muss auf ungefähr 10qm noch eine Karre weg, dort fehlt noch was. Und ich gehe immer wieder zurück und schaue mir mein Werk mit Abstand an. Die Feinheiten kommen viel später.
Für die meisten Hobbygärtner ist es einfacher, eine Fläche bretteben zu planieren, als eine Fläche natürlich und harmonisch auszuformen. Damit meine ich nicht „buckelig“, das ist etwas anderes!
Nur selten findet man absolut ebene Flächen vor. Meist ist das natürliche Gelände geneigt oder es ergeben sich aufgrund der baulichen Situation unterschiedliche Höhen. Skizzieren Sie sich diese Höhen im Schnitt auf und spielen Sie damit. Das macht weniger Arbeit, als es drei mal mit der Schaufel umzugestalten. Selbst bei ebenem Gelände ist eine leichte Bewegung reizvoll.
Die Anschlüsse und Böschungen sind richtige Fallen. Wie Sie richtig planieren, sehen Sie an dieser Skizze:

Böschung

Anschlüsse weich anpassen, keine harten Übergänge

Eine häufige Situation: im Anschluss an die Terrasse wird der Rasen direkt zum neuen Niveau planiert (oberes Beispiel). Das wirkt unnatürlich und abgehackt.

Planieren Sie weiche Linien, dann wirkt Ihr Anschluss richtig natürlich und harmonisch.
Zum Schluss laufen Sie die ganze Fläche noch einmal ab. Gehen Sie dabei ruhig auch in die Hocke. So sehen Sie am ehesten, wo noch etwas zu tun ist. Schließlich legen Sie Ihren Rasen für viele Jahre an. Ein paar Steine müssen Sie jetzt noch nicht stören. Die können Sie später immer noch ablesen, wenn Sie fein planieren.
Nun können Sie – falls notwendig – Ihre Leitungen für die Gartenbeleuchtung oder das Gartenwasser verlegen.

Das Feinplanum

Jetzt arbeiten wir kleinräumiger, lesen Steine größer als zwei Zentimeter ab und ebnen die Fläche. Falls tief gefräst wurde, ist es sinnvoll, vor dem Feinplanum nochmal zu walzen. Sonst hinterlassen Sie tiefe Fußabdrücke, die Sie beim Planieren ausgleichen. Nach ein paar Wochen wird sich der lockere Boden setzen, die Fußabdrücke bleiben aber stabil und schon haben wir eine Hügelpiste.

Ich arbeite am liebsten mit einem Holzrechen. Er ist leichter und größer als die üblichen Metallrechen und ideal für das Feinplanum geeignet. Geraten Sie allerdings an einen groben Stein oder einen versteckten Wurzelstock, dann brechen die Zinken ab.

Nochmal zur Sicherheit: Es geht nicht um eine möglichst feine Krume. Im Gegenteil! Der Boden soll eine gute Krümelstruktur haben. Feinere Krümel als zwei Zentimeter sind nicht notwendig. Je feiner der Boden ist, umso leichter verschlämmt er bei Regen und das wollen wir nicht.

Viel Erfolg!