Beet-im-VorgartenNatürlich oder „sauber“?

Der Vorgarten wird in der Regel nicht genutzt. Er ist vielmehr die Visitenkarte der Bewohner. Ob das Splitt-, Schotterbeet die Fläche aufwertet oder ob die Nachteile überwiegen, erfahren Sie in diesem zweiteiligen Beitrag. Schließlich soll das Steinbeet möglichst wenig Arbeit machen und immer gut aussehen. Eine praktische Anleitung zum Arbeitsablauf und weitere Infos finden Sie unter „Das Steinbeet – richtig angelegt„.

Diesen Spagat wird man nie ganz vollbringen können, aber zumindest annähernd – mit der richtigen Pflanzenauswahl, durch das Abdecken mit Rindenmulch oder mit Steinbeeten.

Dieses Beispiel zeigt die Anlage eines Splittbeetes.

Steinwüsten sind tot

Das Vliess ist eine Barriere für viele Kleinlebewesen. Kein Regenwurm kommt in den Boden – und auch nicht mehr heraus. Dadurch leiden die Mikroorganismen, die für ein gesundes Gleichgewicht im Boden sorgen. Das ist nur schwer verständlich, weil wir es nicht unmittelbar nachprüfen können. Eine Bodenanalyse bringt jedoch den erschreckenden Beweis. Mangelndes Bodenleben behindert den Abbau organischer Substanz.

Die Alternative sind pflegeleichte Bodendecker. Efeu, Immergrün, Johanniskraut, Dickmännchen oder Mauerpfeffer sind nur ein Bruchteil der vielfältigen Möglichkeiten. Damit erhalten Sie das Bodenleben und den Naturkreislauf. Denn klar ist auch: Nach zehn Jahren sieht Ihr Steinbeet nicht mehr so sauber aus. Laub, Algen und Staub setzt sich fest. Hat sich genügend „Substanz“ angesammelt, werden sich die Unkräuter von oben einschleichen und auf dem Steinbeet festbeißen.

Der Klimawandel ist schon da

Natürlich wissen Sie das. Aber haben Sie schon daran gedacht, welche Auswirkungen ein Steinbeet auf das Kleinklima hat? Unsere Sommer werden heisser und die Trockenperioden länger. Eine offene Pflanzfläche kann Temperaturen ausgleichen. Jeder, der bei 40 Grad im Schatten unter einer Linde oder einem Nussbaum sitzt, spürt das direkt. Auf zehn Quadratmetern ist der Unterschied ebenfalls messbar, wenn auch nicht so spektakulär wie im Wald oder unter Großbäumen.

Die Steine hingegen heizen sich auf und verstärken so die Hitze-Extreme. Das ist auch der Grund, weshalb viele Städte Steinbeete verbieten. Denn gerade in Ballungszentren müssen wir in den nächsten Jahren um jeden Quadratmeter Pflanzfläche und um jeden Baum kämpfen, um die Sommer auch in 30 Jahren noch ertragen zu können.

Möchten Sie immer noch ein Steinbeet? Dann ziehen Sie die Notlösung mit Hackschnitzeln in Betracht. Sie heizen sich zumindest nicht so extrem auf.

Das Vliess hemmt Wurzelunkräuter

Vorbereitung-VorgartenNach der Rodung der Geölze wird der Boden vorbereitet durch fräsen, walzen und feinplanieren. Da nur ein Teil mit Steinen gestaltet werden soll, der andere Teil als Rasenfläche angelegt wird, trennt eine Mähkante beide Flächen voneinander.

Auf die Steinfläche bringen wir ein Wurzelvlies auf, das Unkräuter am durchkommen hindert. Zuvor pflanzen wir wenige, aber sehr bewusst ausgewählte Einzelgehölze bzw. Gräser.


SteinbeetDie Möglichkeiten sind Vielfältig: verschiedenste Steinarten und -Farben in unterschiedlichen Körnungen sind im Angebot. Hier verwenden wir einen Kalksplitt in der Körnung 16-32mm, größere Körnungen bezeichnet man als Splitt bzw, als Kies  (bei Rundkorn). Die Höhe der Steinschüttung soll das 3-fache der Körnung betragen, hier also ca. 9 cm.

Je grober die Körnung, umso leichter setzt sich Laub und Schmutz fest. Das kann nach einigen Jahren sehr ungepflegt aussehen. Ein Nachteil der Steinbeete ist, dass durch Wurzelfolie bzw. Wurzelvlies das Bodenleben stark eingeschränkt wird.