RhododendrongartenUnkraut – gibt es das überhaupt?

Nein, natürlich nicht – genauso wenig wie Unbäume. Aber ärgern kann es uns doch! Also was tun gegen Unkraut? Bedenken wir: es sind Wildkräuter, meist von uns ungewollt und am falschen Platz. Diese Begriffserklärung mag uns daran erinnern, dass Wildkräuter Teil der Natur sind, wie wir auch. Weil „Unkraut“ umgangssprachlich der treffendere Begriff ist, spreche ich fortan auch von Unkraut.

Was tun gegen Unkraut?

Hier geht es mir weniger um die aktive Bekämpfung, als vielmehr darum, Unkrautbewuchs in Pflanzbeeten zu verhindern oder zumindest einzudämmen. Dazu gibt es im wesentlichen drei Möglichkeiten:

  1. Dichte Bepflanzung bzw. Unterpflanzung mit Bodendeckern, die kaum noch Unkräuter aufkommen lassen,
  2. das Mulchen von organischem Material wie Rasenschnitt,Laub, Rindenmulch oder Hackschnitzel und
  3. die Abdeckung des Bodens mit anorganischem Material wie Kies oder Splitt in Verbindung mit Wurzelvlies.

dichte, frei wachsende HeckeDie Natur versucht, freien Boden zu bedecken. Wenn da gerade nichts anderes steht, kommt eben ein Unkraut. Bei dichten Bodendeckern oder dichten Gehölzpflanzungen, die kaum noch Licht bis zum Boden durchlassen, ist Unkraut im allgemeinen kein Thema mehr. Aber bis die Pflanzungen so groß und dicht sind, müssen wir etwas tun – entweder hacken oder Mulchen. Meist dauert es vier bis sechs Jahre nach der Pflanzung, bis die Hecken so dicht sind.

Etwas wichtiges vorweg: Nach einem chinesischen Sprichwort müssen wir lieben lernen, was wir nicht verhindern können. Soll heißen, es kommt auf unsere Einstellung zur Natur an, ob wir einen sterilen Garten ohne Unkraut und ohne Arbeit wollen. Den könnten wir dann auch beinahe betonieren, denn ökologisch spielt sich in solchen Gärten nicht viel ab. Mir geht es daher vorrangig um die Eindämmung der Unkräuter auf natürliche Art und damit sind wir beim Mulchen.

Drei gute Gründe fürs Mulchen

• Die Bepflanzung bzw. der Boden ist vor Wasserverdunstung und damit vor Austrocknung geschützt. Testen Sie das ruhig selbst mal, z.B. bei einem frisch gepflanzten Baum. Unter einer Mulchdecke bleibt der Boden auch nach langen Trockenperioden wesentlich länger feucht.
• Gras oder Laub ist ein hervorragender Unkrauthemmer. Wenn Sie nicht gerade eine blühende Wiese mähen, in der viele Unkrautsamen versteckt  sind, verhindert das Mulchen unerwünschten Bewuchs. Bei Wurzelunkräutern hemmt der Mulch zumindest das Wachstum.
• Der organische Kreislauf bleibt geschlossen. Rasenschnitt und Laub sind nährstoffreiche Humuslieferanten und bleiben Ihrem Garten erhalten. Dadurch brauchen Sie kaum nachzudüngen.

Daneben gibt es eine Reihe, eher marginaler Vorteile wie z.B. Schutz vor Bodenerosion und eine Temeratur ausgleichende Wirkung.

Laub und Rindenmulch sind Stickstoffdiebe

HornmehlBei der Zersetzung organischer Substanz wird Stickstoff verbraucht. Er wird dem Boden im Zersetzungsstadium entzogen. Natürliche Mulchmaterialien sind also Stickstoff-Diebe. Erst, wenn der Zersetzungsprozess weitgehend fortgeschritten ist, kippt diese Nährstoff-Bilanz und der inzwischen entstandene Humus setzt Stickstoff frei.

Dem anfänglichen Stickstoffverbrauch können Sie durch Bodendüngung VOR dem mulchen begegnen, z.B. mit Hornspänen, oder auch durch Mineraldünger. Aber Achtung: eine Düngung auf das Mulchmaterial führt zu beschleunigter Zersetzung!

Auf den Ph-Wert achten

Eine Mulchung führt, je nach Material, zu unterschiedlich starker Säuerung, d.h. Ph-Wert-Absenkung des Bodens. Dies muss durch Kalkgaben ausgeglichen werden. Messen Sie also wenigstens ein Mal im Jahr die Bodenreaktion und steuern nötigenfalls mit Gartenkalk gegen. Anzustreben ist für den Nutz- wie für den Wohngarten ein Ph-Wert von 5,5 bis 6,5. Bei Rhododendren, Azaleen, Eriken, Hortensien von 4,5 bis 5,5.

Sie können den Ph-Wert selbst messen, entweder mit einem Messgerät oder mit Teststäbchen. Hier finden Sie eine Auswahl von Amazon.

Besonders Rindenmulch hat eine Wachstumshemmende Wirkung auf Krautige Pflanzen, speziell auf Keimlinge.  Das ist zwar gut für die Unkrauthemmung, aber ungeeignet im Gemüsebeet.

RindenmulchMulchen mit Rindenmulch, Grasschnitt oder Laub

Was haben diese Materialien gemeinsam? Es ist organische Substanz. Mulchen bezeichnet das Bedecken des Bodens mit frischer oder in Zersetzung befindlicher, organischer Substanz. Im Gegensatz dazu steht das Schotterbeet als anorganische Substanz.

Beleuchten wir die Eigenheiten, Vor- und Nachteile der Mulch-Materialien…

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Steinbeet mit KalksplittDas Steinbeet

Die Abdeckung einer sporadisch bepflanzten Gartenfläche mit Schotter, Kies und anderen Steinen in Verbindung mit einem Wurzelvlies hat den Zweck, Unkraut zu verhindern und gut auszusehen. Es hat gar nichts mit einem „Steingarten“ zu tun. Ein Steingarten hingegen ist eine Anlage, deren Boden durch Sand, Schotter und Geröll soweit abgemagert ist, dass Magerrasenflora und trockenheitsresistente Gebirgspflanzen darin gedeihen…

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