Mulchen mit Rindenmulch, Grasschnitt oder Laub ist eine ökologisch in jeder Hinsicht effektive Methode,

  • Flächen vor Austrocknung zu schützen
  • Unkrautbewuchs zu hemmen und
  • das Bodenleben zu fördern.

Was haben diese Materialien gemeinsam? Es ist die organische Substanz!

Als „Mulchen“ bezeichnet man das Bedecken des Bodens mit frischer oder in Zersetzung befindlicher, organischer Substanz. Im Gegensatz dazu steht das Schotterbeet als anorganische Substanz.

Beleuchten wir die Eigenheiten, Vor- und Nachteile der verschiedenen Mulch-Materialien:

Mulchen mit Rindenmulch

mulchen mit RindenmulchRindenmulch hat neben den allgemeinen Vorteilen des mulchens noch einen Joker: Es sieht gut aus und hat (bei guter Qualität) einen angenehmen Geruch. So können Sie auch ökologisch sinnvoll größere Flächen im Garten mit Rindenmulch abdecken. Die Auftragsstärke variiert je nach Körnung von 6cm (bei feiner Körnung bis 30 mm) und 10cm bei einer Körnung von 40 mm und mehr.

Bedenken Sie, dass auch Rindenmulch relativ schnell zersetzt.  Nach dem zweiten Jahr sollten Sie die Mulchdecke auffrischen bzw. nachfüllen.

Rindenmulch empfehle ich in erster Linie für Gehölzflächen, weil die Rinde bei zarten Pflanzen (wie Keimlingen) eine Wachstumshemmende Wirkung hat. Das ist in dieser Hinsicht gegenüber Laub- oder Rasenmulch im Vorteil. Das heißt aber auch, dass Rindenmulch z.B. im Gemüsegarten nicht verwendet werden sollte.

Mulchen mit Rasenschnitt

Rasenschnitt auf Gehölzflächen mulchenBei einem ausgewogenen Verhältnis von Rasen- zu Pflanzflächen ist es die beste Lösung, die Pflanzflächen mit dem Rasenschnitt abzudecken. Gleichzeitig haben Sie auch das beim Rasen mähen aufkommende Entsorgungsproblem gelöst.

Nicht zu dick auftragen

Die Pflanzfläche sollte vorher aber sauber, d.h.  unkrautfrei sein. Verteilen Sie das Schnittgut ca. vie bis fünf Zentimeter stark auf den Gehölzflächen. Stärkerer Auftrag kann bei feuchter Witterung zu Fäulnis führen, weil sich das Gras nach dem ersten Regen zusammensetzt und dadurch Sauerstoff fehlt.

Bei dünnerem Auftrag verrottet das Gras schneller und der Unkrautbewuchs wird nur schwach gehemmt. Bis zum nächsten Schnitt nach ein bis zwei Wochen können sie in der Regel wieder Gras aufbringen. Im Frühjahr wird das Gras schneller wachsen, als es verrottet. Im Herbst sollten Sie die Schichtstärke reduzieren, weil das Gras bei niedrigeren Temperaturen langsamer verrottet und mehr zum verklumpen neigt.

Sicher erfordert diese Art zu mulchen für Viele ein Umdenken. Wer die Pflanzfläche immer schön sauber mit Rindenmulch abdeckt oder gar eine Steinwüste daraus macht, der wird sich mit dem natürlichen mulchen nur zögerlich anfreunden. Vermutlich lässt sein ästhetisches Empfinden den Rasenmulch nicht zu. Lassen Sie sich darauf ein, werden Sie merken, dass Sie mit natürlicher Gartenbewirtschaftung auf Dauer weiterkommen.

Mulchen mit Laub

Auch Laub ist sehr gut zum Mulchen geeignet. Auch wenn es Stimmen gibt, die wegen der Gerbsäure bei Eichenlaub oder schwerer Zersetzbarkeit bei Nussbaumlaub davon abraten. Die schwere Zersetzbarkeit ist zwar bei der Walnuss richtig, aber das macht ja nichts. Dann haben Sie einen um so längeren Schutz. Bei sehr saurem Laub wie der Eiche sollten Sie den PH-Wert im Blick haben und notfalls nachkalken. Für Moorbeetpflanzen wie Rhododendren, Eriken und Azaleen ist eine Ph-Wert-Absenkung ja meist gewollt.

Laub können Sie getrost 8-15cm auftragen. Es setzt sich nicht so extrem zusammen wie das Gras. Allerdings gibt es große Unterschiede. Frisches, homogenes und feuchtes Laub neigt zum verklumpen. Dann sind 8 cm das Maximum. Bei gekräuseltem , trockenem Laub sind 15 oder gar 20 cm überhaupt kein Problem.

DSC01492Mulchen mit Hackschnitzeln

Das Mulchen mit Hackschnitzeln ist nicht sehr verbreitet. Das ist eigentlich unverständlich angesichts der Vorteile gegenüber Rindenmulch:

  • Die Fläche sieht homogener aus als mit Rindenmulch.
  • Je nach Art der Hackschnitzel ist die Mulchdecke wesentlich langlebiger, weil Holzhackschnitzel langsamer verrotten. Buchenholz-Hackschnitzel halten mindestens 6-10 Jahre, bevor sie aufgefrischt werden müssen.
  • Keine Geruchsbildung durch Verrottung, da Hackschnitzel kaum Wasser aufnehmen und daher langsamer verrotten.

Bei einer Körnung von 20-40 mm empfehle ich etwa acht bis zehn ZentimeterAuftragsstärke.

Buchen-Hackschnitzel in Kombination mit Wurzelvlies

Da Buchenhackschnitzel besonders langsam verrotten, ist bei kleineren Flächen auch die Kombination mit einem Wurzelvlies denkbar. Das wäre dann in der Ausführung wie beim Schotterbeet. Allerdings sind solche Wurzelvliese ökologisch verwerflich (mangelnde Bewegeungsfreiheit der Bodenlebewesen, allen voran des Regenwurms).

Der Vorteil:  6cm Auftragsstärke reichen aus und nach 10 Jahren kann der komplette Mulchbelag bei relativ geringem Aufwand durch neuen ersetzt werden.

Der Nachteil: Die Hackschnitzel sind schwieriger sauber zu halten als ein grobes Schotterbeet. Im Herbst z.B. ist trockenes Laub vom Schotterbeet einfach ab zu rechen bzw. noch besser mit einem Gebläse weg zu blasen oder ab zu saugen. Bei den Hackschnitzeln geht das nicht. Die fliegen in alle Richtungen!

Mulchen mit…Pappe

Nein, es ist kein Druckfehler. Der Erfolg ist nicht perfekt und schon gar nichts fürs Auge, aber es funktioniert! Die Anwendung ist sicher stark begrenzt. Etwa auf kleinen, freien Zwischenräumen, oder um kurzfristig Samenunkräuter am keimen zu hindern. Dazu ist Wellpappe geeignet und bedingt sogar Zeitungspapier (inwieweit die Druckfarben sich negativ auf den Boden auswirken, kann ich nicht beurteilen). Einfach auslegen, gegen den Wind beschweren und anfeuchten.

Es nutzt allerdings gar nichts, wenn Sie die Pappe auf einer verunkrauteten Fläche auslegen. Die Kräuter werden irgendwo einen Schlitz finden, wo sie durchkommen. Wurzelunkräuter haben damit ohnehin kein Problem.

Fazit: Das Mulchen mit Rindenmulch, Grasschnitt oder Laub ist in jeder Hinsicht sinnvoll. Allerdings müssen wir unsere althergebrachten Vorstellungen von „Sauberkeit“ zugunsten der Natur überdenken.

Eine sehr schöne Seite zum Thema „Mulchen“ habe ich in dem Naturgarten-Blog von Marie aufgestöbert.