Kleines Aerifiziergerät für den Garten

Was heißt Rasen aerifizieren

Unter „Rasen aerifizieren“ versteht man die Belüftung der Rasenfläche. Eine Maschine sticht 5 bis 9 cm tiefe, fingerdicke Löcher in die Rasenfläche. Diese Löcher werden nachträglich mit Sand verfüllt. Die Stachel, mit denen die Löcher erzeugt werden, können hohl oder massiv sein.

Dadurch werden stark verdichtete Böden belüftet, so dass der für die Bodenlebewesen lebensnotwendige Gasaustausch wieder hergestellt werden kann. Somit wird das Rasenwachstum aktiviert.

Auf Sportplätzen gehört das Rasen Aerifizieren zum Standard-Pflegeprogramm. Im Privatgarten hat es sich nicht durchgesetzt, weil es relativ kostenintensiv ist und weil erst in den letzten Jahren Kleingeräte für den privaten Einsatz auf den Markt kommen.

Rasenlüfter

Im Sprachgebrauch unter Rasenfreunden versteht man unter Rasen lüften allerdings etwas ganz anderes: Eine Mototgetriebene Walze mit Federzinken holt sehr effektiv Moos und Mulchreste aus der Grasnarbe (Link zu Amazon Elektro-Rasenlüfter von Gardena). Dies ist im Beitrag über das Vertikutieren näher beschrieben.

Im folgenden beschreibe ich weiter das Aerifizieren, wie es in Fachkreisen verstanden und gehandhabt wird.

Geräte

wenige Quadratmeter sind auch mit der Grabegabel zu aerifizierenDie einfachste Möglichkeit ist das Aerifizieren von Hand. Für sportliche Gartenliebhaber ist das Ehrensache. Für 100 m² eine Woche Urlaub investieren und schon ist die Arbeit getan… Im Ernst – mit der Grabegabel ist es eine Knochenarbeit und allenfalls für Extremstellen im Rasen zu empfehlen, z.B. dort, wo ständig das Wasser steht. Durch das Aerifizieren kann die Sperrschicht evtl. durchbrochen werden, sodass das Wasser wieder ablaufen kann. Das ist bei drei Quadratmetern durchaus von Hand zu machen.

Auch mit einem Metallrechen ist es möglich, zu aerifizieren. Die Zinken sind aber sehr dünn und schlämmen leicht wieder zu. Zum Besanden wird dann besonders trockener Sand gebraucht, der leicht in die kleinen Löcher rieselt.

Spezielle Rasenlüfter-Schuhe sind mit Nägeln bestückt und werden an die Schuhe geschnallt. Ich erwähne diese Möglichkeit der Vollständigkeit halber, habe jedoch keine eigenen Erfahrungen damit. Hier ein Link dazu bei Amazon. Das Risiko einer Fehlinvestition ist nicht sehr groß.

Richtige Aerifiziermaschinen für den Privatbereich beginnen bei 3000 €. Das ist in der Regel für den Privatgebrauch nicht rentabel und so wird es vermutlich auch bleiben, denn die aufwändige Technik in absehbarer Zeit sicher nicht viel günstiger.

Geräteverleiher wissen meist nicht, dass es solche Geräte überhaupt gibt. Vielleicht ändert sich das in den nächsten Jahren.

So wird’s gemacht

Zwischen 80 und 200 Löcher je Quadratmeter werden beim Aerifizieren aus dem Rasen herausgestanzt, das entspricht einem Raster von 11×11 bis 7x7cm. Maschinen arbeiten meist mit Hohlspornen, die die herausgeholte Erde auswerfen. Diese Erde wird abgerecht, bevor es mit den anderen Arbeiten weiter geht.

Vollsporne haben den Nachteil, dass sich die Erde im ummittelbaren Lochbereich zwangsläufig verdichtet. Das gilt natürlich auch für die Grabegabel.

Die Nacharbeiten

Im Anschluss an das Aerifizieren wird nötigenfalls eine Nachsaat und eine Düngung durchgeführt (siehe Vertikutieren). Meist wird die Gesamtfläche nach dem Aerifizieren besandet, d.h. die gestochenen Löcher werden mit Sand in der Körnung 0-2mm verfüllt, damit sie über längere Zeit ihre Drainagewirkung erfüllen.

Der günstigste Zeitraum ist auch hier Mitte April bis Mitte Juni. Bei stark belasteten Rasenflächen ist ein Aerifizieren im Abstand von 3-5 Jahren sinnvoll. Im durchschnittlichen Hausgarten und bei guter Bodenvorbereitung wird man auf das großflächige Aerifizieren ganz verzichten können.