Das Nachbarrecht in Schleswig-Holstein weicht hinsichtlich der Grenzabstände deutlich von den Bestimmungen anderer Bundesländer ab. Es legt in § 37 NachbG eindeutig fest:

Bei Anpflanzungen von über 1,20 m Höhe

ist ein solcher Abstand zum Nachbargrundstück einzuhalten, dass für jeden Teil der Anpflanzung der Abstand mindestens ein Drittel seiner Höhe über dem Erdboden beträgt.

Der Abstand wird waagerecht und rechtwinklig zur Grenze gemessen. Das heißt, wenn eine Anpflanzung 3 Meter hoch ist, beträgt in dieser Höhe der vorgeschriebene Abstand zur Grundstücksgrenze 1 Meter. Gemessen wird dabei von der Grenze bis zu denen am nächsten zur Grenze befindlichen Teilen der Anpflanzung. Bitte Beachten:  Es wird nicht vom Stamm aus gemessen.

Übrigens unterscheidet der Gesetzgeber hier nicht zwischen, Stauden, Sommerblumen oder Gehölzen.

ohne Gewähr.

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Fragen und Kommentare zu "Grenzabstände in Schleswig-Holstein"

  1. Claudia Brent sagt:

    Wir haben zum Nachbarn mit rechtzeitiger Inkenntnissetzung unsere Buchenhecke auf Kniehöhe runtergeschnitten. Das hat den Nachbarn geärgert, weil zum einen seine Hunde von seinem Grundstück laufen könnten und zum anderen der Sichtschutz weg ist. Nun hat er einen 2 Meter hohen Sichtschutzzaun so dicht an der Hecke aufgestellt, das wir die Hecke nicht mehr problemlos schneiden können und die Hecke zwangsläufig in seinen Zaun wächst und diesen beschädigen wird. Hätte er einen Mindestabstand zu unserer Hecke halten müssen?

    • Meines Erachtens kann der Nachbar den Zaun auf die Grenze setzen. Das Problem gibt es oft, dass Hecken auf der Rückseite zum Zaun hin kaum zu schneiden sind. Meist hilft es, miteinander zu reden…

  2. Meyer sagt:

    Hallo,
    unser Nachbar hat auf der gemeinsamen Grundstücksgrenze vor rd. 20 Jahren einen Anbau („Garage“) an sein Haus gebaut. Wir haben vor die Mauer zeitgleich blühende Büsche gepflanzt. Da unter den Büschen nichts wächst, haben wir in der letzten Woche Rindenmulch ausgestreut. Der Nachbar verlangt die Entfernung des Rindenmulchs an der Mauer. Hat er dazu das Recht?

    • Gibt es vielleicht Anwälte, die hier kompetente Aussagen machen können? Ich denke, dass nichts gegen das Rindenmulch an der Mauer spricht. Wenn der Nachbar Angst um seinen Putz hat, sollte er eine Isolierung anbringen. Aber nehmen Sie zur Kenntnis: Ich bin Gärtner, kein Anwalt. Also ohne Gewähr!

  3. Marc sagt:

    Moin,
    An meinem Acker verläuft ein Wirtschaftsweg an der die Gemeinde jetzt Bäume pflanzen will, wie weit muss der Abstand zum Acker sein, und natürlich zum Wirtschaftsweg.
    Vielen Dank

  4. Limbacher sagt:

    Die Äste meines Kirschbaums ragen etwa 3-4 m über den Zaun auf das Nachbargrundstück. Die Nachbarin verlangt deren Beseitigung, weil das herabfallende Laub die Benutzung eines automatischen Rasenmähers behindert. Muss ich die Äste abschneiden lasssen und wer muss die Kosten tragen?
    Vielen Dank fürdie Bearbeitung!

  5. Felix sagt:

    Guten Morgen !
    Ich wende mich heute gleich mit 2 Fragen an Sie.
    Wir haben im Vorgarten eine ca. 12 m lange Grenze zum Nachbarn und auf unserer Seite einen 80 cm hohen Doppelstabmaschen-Zaun gesetzt. Unser seitliche Blick zur Ostsee bleibt damit wunderbar frei, der Zaun soll nur unseren Hund hindern auf das Grundstück des Nachbarn zu laufen. Der Nachbar hat nun auf seiner Seite Zypressen im Abstand von ca. 30 cm zum Zaun auf 12 m Länge gepflanzt. Muss ich das dulden ? Die Zypressen sind jetzt schon 100 cm hoch und können 6 Meter erreichen. Dann ist der Blick zur Ostsee futsch und in die Breite wachen die ja auch noch.
    Hinter dem Haus haben wir diese Situation schon. Hier stehen Zypressen von 5 Metern dicht an unserer Grenze und wachsen über diese zu uns rüber. Habe ich ein Recht auf Rückschnitt in Höhe und Breite ?
    Vielen Dank für Ihren Rat und schöne Grüße

    • Ich kann Ihnen auch nur als Laie antworten: In beiden Fällen gilt, sobald die zulässigen Höhen, bezogen auf den Abstand, überschritten sind, sollten Sie schriftlich reklamieren und auf Rückscknitt oder Entfernung bestehen. Sonst ist der Anspruch irgendwann verjährt, weil geduldet. Damit das nicht jedes Jahr das gleiche Theater ist, sollte der Nachbar automatisch in Verzug kommen, sobald die zulässige Höhe überschritten ist. Dann hat er die Kosten für das Anwaltsschreiben zu tragen und das wird er sich künftig tunlichst sparen. Aber vielleicht kann man ja auch einfach mit dem Nachbarn reden??? Jedenfalls nie selbst Hand anlegen, auch nicht an Äste, die auf Ihr Grundstück ragen. Es bleibt Nachbars Eigentum!

  6. Klaus Beimer sagt:

    Wir haben hinter unserem Haus eine Wiese. Diese Wiese hat jetzt einen neuen Besitzer und dieser hat 10-15 Meter von der Grenze des Grundstücks bestimmt 100 Bäume gepflanzt, Laub und Nadelbäume. Das wird mal ein richtiger Wald. Ist das so erlaubt?

    • Nachbarschaftsrechtlich sehe ich keinen Verstoß darin, zumal der Abstand mehr als eingehalten wurde. Wenn es allerdings eine Auffostung ist, bedarf es in vielen Fällen einer Genehmigung der unteren Naturschutzbehörde. Wie das in SH ist, weiß ich nicht. Aber was haben Sie gegen Bäume, wir brauchen sie!

  7. JHM sagt:

    Unser Nachbar möchte nahe unserer Grundstücksgrenze einen Walnussbaum pflanzen (der ja bis zu 30 m hoch werden wird). Die Baumkrone würde uns sehr beeinträchtigen und Teile unseres Grundstücks verschatten. Welchen Abstand müßte er halten?
    Dank vorab.

    • In SH ist das etwas komplizierter geregelt. Je nach Sorte erreicht ein Nussbaum eine Höhe von 15-25m, Sämlinge können selten auch höher werden. Gehen wir von 20m Höhe und etwa 14m Kronenbreite aus, dann hielte ich einen Abstand von etwa 4-5 m für angemessen. Aber bitte nicht als rechtlichen Rat verstehen. Das ist meine persönliche Auffassung, ohne genaue Kenntnis der Sachlage!

  8. Nicole sagt:

    Hallo!
    Als wir vor 15 Jahren in unser neu gebautes Endreihenhaus einzogen, stand bereits eine meterhohe Eiche auf dem Nachbargrundstück direkt am Zaun. Das viele Laub und die Eicheln sind gerade noch zumutbar, allerdings machen mir die dicken und langen Äste, die zum größten Teil über unseren Spielrasen ragen, Sorgen. Morsche Teile lagen schon mehrfach bei uns auf dem Grundstück und ich habe Angst, dass diese auch mal abbrechen, während unsere Kinder dort spielen. Der Besitzer des Nachbargrundstückes hat zwar vor ein paar Jahren das Geäst beschneiden lassen, aber hauptsächlich auf seiner Seite des Grundstückes. Ist er verpflichtet, auch auf unserer Seite den Baum zu pflegen und für die Sicherheit zu garantieren? Vielen Dank für Ihre Antwort.

    • Jeder Grundstücksbesitzer ist für die Verkehrssicherheit seiner Bäume verantwortlich, ganz gleich ob die Krone auf die Straße oder über das Nachbargrundstück ragt. Insofern ist er verpflichtet, den Baum regelmäßig auf Schäden zu kontrollieren und ggf. offensichtliche Gefahren zu eliminieren. Also Totholzentfernung, evtl auch Rückschnitt einzelner Kronenteile. Bei Unsicherheiten (Baumschwamm, Risse am Stamm usw. ist ein Fachmann hinzuzuziehen.
      Wenn man mit dem Nachbarn reden kann, sollten Sie ihn in einem Gespräch darauf hinweisen. Anderenfalls schriftlich auf die Gefahren hinweisen. Selbst Hand anlegen dürfen Sie NICHT!!!
      Viel Erfolg!

  9. Petra sagt:

    Hallo, wir planen den Bau einer Halle, und möchten den Erdaushub zu den Nachbarn hin als Lärmschutz und Sichtschutz zu einem Wall aufschütten lassen. Wie hoch dürfte man den rein rechtlich in SH aufschütten? Weil wir würden den dann auch höchstmöglich umsetzen wollen, damit wir den Nachbarn soviel Schutz wie möglich bieten könnten.
    Vielen Dank für Ihre Weiterhilfe und freundliche Grüße

  10. Ingrid Möller sagt:

    Hallo, direkt an unserer Grundstücksgrenze stehen 6 Bäume des Nachbarn, ca 20 m hoch. Buchen, Eschenahorn, Kiefern, deten Äste 3-4 m über unser Grundstück ragen und teilweise auf dem Dach aufliegen. Berge von Blättern, besonders im Herbst, sind massenhaft zu bewältigen. Der Besitzer kümmert sich nicht, und wir, als Rentner, sind langsam überfordert. Wie können wir vorgehen ?

    • Das Laub ist höchstrichterlich zu dulden. Wenn ein Baum oder einzelne Äste Sie unzumutbar beeinträchtigen, haben Sie Anspruch auf Beseitigung. Bitte nicht einfach abschneiden, was über den Zaun wächst!!! Im Zweifelsfall Anwalt fragen. Viel Glück!

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