Das Nachbarrecht in Schleswig-Holstein weicht hinsichtlich der Grenzabstände deutlich von den Bestimmungen anderer Bundesländer ab und legt in § 37 NachbG eindeutig fest:

Bei Anpflanzungen von über 1,20 m Höhe

ist ein solcher Abstand zum Nachbargrundstück einzuhalten, dass für jeden Teil der Anpflanzung der Abstand mindestens ein Drittel seiner Höhe über dem Erdboden beträgt.

Der Abstand wird waagerecht und rechtwinklig zur Grenze gemessen. Das heißt, wenn eine Anpflanzung 3 Meter hoch ist, beträgt in dieser Höhe der vorgeschriebene Abstand zur Grundstücksgrenze 1 Meter. Gemessen wird dabei von der Grenze bis zu denen am nächsten zur Grenze befindlichen Teilen der Anpflanzung  (nicht vom Stamm aus!).

Übrigens unterscheidet der Gesetzgeber hier nicht zwischen, Stauden, Sommerblumen oder Gehölzen.

ohne Gewähr.

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Fragen und Kommentare zu "Grenzabstände in Schleswig-Holstein"

  1. Klaus Beimer sagt:

    Wir haben hinter unserem Haus eine Wiese. Diese Wiese hat jetzt einen neuen Besitzer und dieser hat 10-15 Meter von der Grenze des Grundstücks bestimmt 100 Bäume gepflanzt, Laub und Nadelbäume. Das wird mal ein richtiger Wald. Ist das so erlaubt?

    • Nachbarschaftsrechtlich sehe ich keinen Verstoß darin, zumal der Abstand mehr als eingehalten wurde. Wenn es allerdings eine Auffostung ist, bedarf es in vielen Fällen einer Genehmigung der unteren Naturschutzbehörde. Wie das in SH ist, weiß ich nicht. Aber was haben Sie gegen Bäume, wir brauchen sie!

  2. JHM sagt:

    Unser Nachbar möchte nahe unserer Grundstücksgrenze einen Walnussbaum pflanzen (der ja bis zu 30 m hoch werden wird). Die Baumkrone würde uns sehr beeinträchtigen und Teile unseres Grundstücks verschatten. Welchen Abstand müßte er halten?
    Dank vorab.

    • In SH ist das etwas komplizierter geregelt. Je nach Sorte erreicht ein Nussbaum eine Höhe von 15-25m, Sämlinge können selten auch höher werden. Gehen wir von 20m Höhe und etwa 14m Kronenbreite aus, dann hielte ich einen Abstand von etwa 4-5 m für angemessen. Aber bitte nicht als rechtlichen Rat verstehen. Das ist meine persönliche Auffassung, ohne genaue Kenntnis der Sachlage!

  3. Nicole sagt:

    Hallo!
    Als wir vor 15 Jahren in unser neu gebautes Endreihenhaus einzogen, stand bereits eine meterhohe Eiche auf dem Nachbargrundstück direkt am Zaun. Das viele Laub und die Eicheln sind gerade noch zumutbar, allerdings machen mir die dicken und langen Äste, die zum größten Teil über unseren Spielrasen ragen, Sorgen. Morsche Teile lagen schon mehrfach bei uns auf dem Grundstück und ich habe Angst, dass diese auch mal abbrechen, während unsere Kinder dort spielen. Der Besitzer des Nachbargrundstückes hat zwar vor ein paar Jahren das Geäst beschneiden lassen, aber hauptsächlich auf seiner Seite des Grundstückes. Ist er verpflichtet, auch auf unserer Seite den Baum zu pflegen und für die Sicherheit zu garantieren? Vielen Dank für Ihre Antwort.

    • Jeder Grundstücksbesitzer ist für die Verkehrssicherheit seiner Bäume verantwortlich, ganz gleich ob die Krone auf die Straße oder über das Nachbargrundstück ragt. Insofern ist er verpflichtet, den Baum regelmäßig auf Schäden zu kontrollieren und ggf. offensichtliche Gefahren zu eliminieren. Also Totholzentfernung, evtl auch Rückschnitt einzelner Kronenteile. Bei Unsicherheiten (Baumschwamm, Risse am Stamm usw. ist ein Fachmann hinzuzuziehen.
      Wenn man mit dem Nachbarn reden kann, sollten Sie ihn in einem Gespräch darauf hinweisen. Anderenfalls schriftlich auf die Gefahren hinweisen. Selbst Hand anlegen dürfen Sie NICHT!!!
      Viel Erfolg!

  4. Petra sagt:

    Hallo, wir planen den Bau einer Halle, und möchten den Erdaushub zu den Nachbarn hin als Lärmschutz und Sichtschutz zu einem Wall aufschütten lassen. Wie hoch dürfte man den rein rechtlich in SH aufschütten? Weil wir würden den dann auch höchstmöglich umsetzen wollen, damit wir den Nachbarn soviel Schutz wie möglich bieten könnten.
    Vielen Dank für Ihre Weiterhilfe und freundliche Grüße

  5. Ingrid Möller sagt:

    Hallo, direkt an unserer Grundstücksgrenze stehen 6 Bäume des Nachbarn, ca 20 m hoch. Buchen, Eschenahorn, Kiefern, deten Äste 3-4 m über unser Grundstück ragen und teilweise auf dem Dach aufliegen. Berge von Blättern, besonders im Herbst, sind massenhaft zu bewältigen. Der Besitzer kümmert sich nicht, und wir, als Rentner, sind langsam überfordert. Wie können wir vorgehen ?

    • Das Laub ist höchstrichterlich zu dulden. Wenn ein Baum oder einzelne Äste Sie unzumutbar beeinträchtigen, haben Sie Anspruch auf Beseitigung. Bitte nicht einfach abschneiden, was über den Zaun wächst!!! Im Zweifelsfall Anwalt fragen. Viel Glück!

  6. D.K. sagt:

    Hallo
    Unsere Nachbarin hat Zypressen ca 15-20cm von der Grundstücksgrenze eingepflanzt zudem haben wir jetzt auch noch ihren Bambus bei uns im Garten, da die Wurzeln keine Grenzen kennen auch berangt ihr Efeu fleißig unseren Zaun.
    Sie meint wenn es uns stört können wir von unserer Seite ja ihr Efeu pflegen.
    Wie lauten die Gesetze in Schleswig Holstein??
    Wir möchten nicht auch noch ihre Zypressen und deren Wurzeln bei uns im Garten haben.
    Vielen Dank für eure Unterstützung
    Lg Diana

    • Hallo Diana,
      ich habe die Gesetzesbestimmungen aus den jeweiligen Bundesländern mit viel Kleinarbeit zusammengetragen. Darüber hinaus bin ich kein Rechtsexperte. Im Zweifel ist ein Anwalt Ihr Ansprechpartner. Mein Bürgersinn sagt mir folgendes:
      – Solange die Zypressen die erlaubte Höhe nicht übersteigen, sind sie zu dulden. Aber ich denke, 50cm sind Minimum.
      – Wenn das IHR Zaun ist, dann sollte der Nachbar um Erlaubnis fragen. Das gebietet schon der Anstand.
      – Wenn der Bambus in Ihren Garten wächst und fleißig Ausläufer treibt, dann kann das eine schwere Beeinträchtigung sein. Da sollten Sie mit dem Nachbarn reden, ggf. Anwalt einschalten und damit nicht warten, bis eine Frist verstrichen ist!
      Ist manchmal nicht so einfach mit den Nachbarn.
      Viel Glück!

  7. Krebs Wilfried sagt:

    Ich besitze ein Reihenmittelhaus und habe den Sichtschutz zum Nachbar erneuert. Jetzt stellt die Nachbarin große Blumentöpfe an den Sichtschutz. Wie groß muss der Abstand sein. Der Sichtschutz ist aus Glas und ich befürchte das es kratzer im Glas gibt.

  8. Manuel sagt:

    Hallo,
    Wir haben mehrere Bäume auf der Grundstücksgreze zum Wald, die Stämme sind zu 80% auf unserer seite.
    Dürfen wir die einfach fällen ohne den waldbesitzer zufragen?

    • Hallo,
      wenn Sie nicht der Eigentümer der Bäume sind, sollten Sie mit dem Besitzer reden. Ob Sie einen Anspruch auf die Fällung der Bäume haben, hängt im Einzelfall von der Zumutbarkeit der Beeinträchtigung ab und die ist Abhängig von der Sichtweise des Gerichts. Aus der Ferne ist also beim besten Willen keine Voraussage zu machen.

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