Das Nachbarrecht in Schleswig-Holstein weicht hinsichtlich der Grenzabstände deutlich von den Bestimmungen anderer Bundesländer ab. Es legt in § 37 NachbG eindeutig fest:

Bei Anpflanzungen von über 1,20 m Höhe

ist ein solcher Abstand zum Nachbargrundstück einzuhalten, dass für jeden Teil der Anpflanzung der Abstand mindestens ein Drittel seiner Höhe über dem Erdboden beträgt.

Der Abstand wird waagerecht und rechtwinklig zur Grenze gemessen. Das heißt, wenn eine Anpflanzung 3 Meter hoch ist, beträgt in dieser Höhe der vorgeschriebene Abstand zur Grundstücksgrenze 1 Meter. Gemessen wird dabei von der Grenze bis zu denen am nächsten zur Grenze befindlichen Teilen der Anpflanzung. Bitte Beachten:  Es wird nicht vom Stamm aus gemessen.

Übrigens unterscheidet der Gesetzgeber hier nicht zwischen, Stauden, Sommerblumen oder Gehölzen.

ohne Gewähr.

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Fragen und Kommentare zu "Grenzabstände in Schleswig-Holstein"

  1. Christine Pagel sagt:

    Sehr geehrter Herr Löwer,
    an der Grenze zu unserem Nachbarn, jedoch auf unserem Grundstück steht eine etwa 1,8 m hohe und 1 m breite Buchenhecke. Unser Nachbar ist seit jeher der Meinung, dass wir die Hecke auf von seiner Seite schneiden müssen. Bisher haben wir das 21 Jahre lang getan, damit es bei einem guten Miteinander bleibt und haben sogar alles gründlich aufgefegt und uns auch noch die Beschwerden über unsere Schneidkünste angehört. Nun ist es zum Streit wegen einer anderen Sache gekommen und ich möchte gerne wissen, ob wir die Hecke wirklich von seiner Seite schneiden MÜSSEN. Vielen Dank schon einmal für die Antwort!

    • oh sorry, das weiß ich nicht. Da kann ein Rechtsanwalt verbindlich Auskunft geben.
      Aber:
      Bei Bäumen gilt, dass der Nachbar zu sich überhängende Äste nicht abschneiden darf! Nur in unzumutbaren Fällen muss der Nachbar die Äste auf Verlangen zurückschneiden. Ob das bei einer Hecke auch so ist, wenn die vorgeschriebenen Abstände eingehalten sind?

  2. Benjamin Brausewetter sagt:

    Hallo…
    Ich bin kurz davor ein Grundstück zu kaufen ,wo mehrere Bäume drauf stehen! 2 Riesen große Buchen sind auf mein Grundstück hinten . Darf man die einfach runter nehmen?
    Dann steht noch eine Linde 50 cm an der grundstücksgrenze ,wie sieht das damit aus ? Der Baum ist höher als 8 Meter . Lg

    • Gesunde Buchen einfach zu köpfen, wäre eine Schande!!! Außerdem wird ein Rückschnitt nichts bringen, weil die Bäume sehr schnell wieder den Verlust ausgleichen und sogar noch dichter werden.
      Bei der Linde, vermutlich außerhalb des Grundstücks, darf ohne Einwilligung des Nachbarn nicht geschnitten werden.

  3. Dirk Martens sagt:

    Hallo Herr Löwer, eine Gemeinde im Amt Langballig hat 2 Apfelbäume in nur ca. 50 cm bis 1 m Abstand zu unserer Grundstücksgrenze an die Anwohner Strasse gepflanzt . Diese Bäume sind mittlerweile ca. 6 m hoch und werfen Schatten auf unser Haus und den Garten, ausserdem fällt das Obst in unseren Garten mit den Wespen usw. Die Gemeinde ziert sich die Bäume richtig zurückzuschneiden ….., wie sehen sie die Lage.
    Danke für ihre Hilfe.
    Gruß

    • Ob die Grenzabstände auch für Straßenbegleitgrün gelten, kann ich rechtlich nicht beurteilen. Fallobst, Laub, Pollen usw. sind jedenfalls kein Grund, einen Rückschnitt zu verlangen. Das wäre auch nicht sinnvoll, denn nach einem Rückschnitt treiben die Bäume verstärkt wieder aus und werden dichter als zuvor.
      Wenn die Gemeinde sich ziert, würde ich einen Rechtsanwalt zu Rate ziehen.

  4. Claudia Brent sagt:

    Wir haben zum Nachbarn mit rechtzeitiger Inkenntnissetzung unsere Buchenhecke auf Kniehöhe runtergeschnitten. Das hat den Nachbarn geärgert, weil zum einen seine Hunde von seinem Grundstück laufen könnten und zum anderen der Sichtschutz weg ist. Nun hat er einen 2 Meter hohen Sichtschutzzaun so dicht an der Hecke aufgestellt, das wir die Hecke nicht mehr problemlos schneiden können und die Hecke zwangsläufig in seinen Zaun wächst und diesen beschädigen wird. Hätte er einen Mindestabstand zu unserer Hecke halten müssen?

    • Meines Erachtens kann der Nachbar den Zaun auf die Grenze setzen. Das Problem gibt es oft, dass Hecken auf der Rückseite zum Zaun hin kaum zu schneiden sind. Meist hilft es, miteinander zu reden…

  5. Meyer sagt:

    Hallo,
    unser Nachbar hat auf der gemeinsamen Grundstücksgrenze vor rd. 20 Jahren einen Anbau („Garage“) an sein Haus gebaut. Wir haben vor die Mauer zeitgleich blühende Büsche gepflanzt. Da unter den Büschen nichts wächst, haben wir in der letzten Woche Rindenmulch ausgestreut. Der Nachbar verlangt die Entfernung des Rindenmulchs an der Mauer. Hat er dazu das Recht?

    • Gibt es vielleicht Anwälte, die hier kompetente Aussagen machen können? Ich denke, dass nichts gegen das Rindenmulch an der Mauer spricht. Wenn der Nachbar Angst um seinen Putz hat, sollte er eine Isolierung anbringen. Aber nehmen Sie zur Kenntnis: Ich bin Gärtner, kein Anwalt. Also ohne Gewähr!

  6. Marc sagt:

    Moin,
    An meinem Acker verläuft ein Wirtschaftsweg an der die Gemeinde jetzt Bäume pflanzen will, wie weit muss der Abstand zum Acker sein, und natürlich zum Wirtschaftsweg.
    Vielen Dank

  7. Limbacher sagt:

    Die Äste meines Kirschbaums ragen etwa 3-4 m über den Zaun auf das Nachbargrundstück. Die Nachbarin verlangt deren Beseitigung, weil das herabfallende Laub die Benutzung eines automatischen Rasenmähers behindert. Muss ich die Äste abschneiden lasssen und wer muss die Kosten tragen?
    Vielen Dank fürdie Bearbeitung!

  8. Felix sagt:

    Guten Morgen !
    Ich wende mich heute gleich mit 2 Fragen an Sie.
    Wir haben im Vorgarten eine ca. 12 m lange Grenze zum Nachbarn und auf unserer Seite einen 80 cm hohen Doppelstabmaschen-Zaun gesetzt. Unser seitliche Blick zur Ostsee bleibt damit wunderbar frei, der Zaun soll nur unseren Hund hindern auf das Grundstück des Nachbarn zu laufen. Der Nachbar hat nun auf seiner Seite Zypressen im Abstand von ca. 30 cm zum Zaun auf 12 m Länge gepflanzt. Muss ich das dulden ? Die Zypressen sind jetzt schon 100 cm hoch und können 6 Meter erreichen. Dann ist der Blick zur Ostsee futsch und in die Breite wachen die ja auch noch.
    Hinter dem Haus haben wir diese Situation schon. Hier stehen Zypressen von 5 Metern dicht an unserer Grenze und wachsen über diese zu uns rüber. Habe ich ein Recht auf Rückschnitt in Höhe und Breite ?
    Vielen Dank für Ihren Rat und schöne Grüße

    • Ich kann Ihnen auch nur als Laie antworten: In beiden Fällen gilt, sobald die zulässigen Höhen, bezogen auf den Abstand, überschritten sind, sollten Sie schriftlich reklamieren und auf Rückscknitt oder Entfernung bestehen. Sonst ist der Anspruch irgendwann verjährt, weil geduldet. Damit das nicht jedes Jahr das gleiche Theater ist, sollte der Nachbar automatisch in Verzug kommen, sobald die zulässige Höhe überschritten ist. Dann hat er die Kosten für das Anwaltsschreiben zu tragen und das wird er sich künftig tunlichst sparen. Aber vielleicht kann man ja auch einfach mit dem Nachbarn reden??? Jedenfalls nie selbst Hand anlegen, auch nicht an Äste, die auf Ihr Grundstück ragen. Es bleibt Nachbars Eigentum!

  9. Klaus Beimer sagt:

    Wir haben hinter unserem Haus eine Wiese. Diese Wiese hat jetzt einen neuen Besitzer und dieser hat 10-15 Meter von der Grenze des Grundstücks bestimmt 100 Bäume gepflanzt, Laub und Nadelbäume. Das wird mal ein richtiger Wald. Ist das so erlaubt?

    • Nachbarschaftsrechtlich sehe ich keinen Verstoß darin, zumal der Abstand mehr als eingehalten wurde. Wenn es allerdings eine Auffostung ist, bedarf es in vielen Fällen einer Genehmigung der unteren Naturschutzbehörde. Wie das in SH ist, weiß ich nicht. Aber was haben Sie gegen Bäume, wir brauchen sie!

  10. JHM sagt:

    Unser Nachbar möchte nahe unserer Grundstücksgrenze einen Walnussbaum pflanzen (der ja bis zu 30 m hoch werden wird). Die Baumkrone würde uns sehr beeinträchtigen und Teile unseres Grundstücks verschatten. Welchen Abstand müßte er halten?
    Dank vorab.

    • In SH ist das etwas komplizierter geregelt. Je nach Sorte erreicht ein Nussbaum eine Höhe von 15-25m, Sämlinge können selten auch höher werden. Gehen wir von 20m Höhe und etwa 14m Kronenbreite aus, dann hielte ich einen Abstand von etwa 4-5 m für angemessen. Aber bitte nicht als rechtlichen Rat verstehen. Das ist meine persönliche Auffassung, ohne genaue Kenntnis der Sachlage!

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