Grenzabstände für Bäume und Sträucher nach dem Gesetz über das Nachbarrecht für Baden-Württemberg (NRG):

I. Obstgehölze Grenzabstände

1.) Beerenobststräucher und -stämme, Rosen, Ziersträucher  und sonstige gemäß kleine Gehölze; Rebstöcke außerhalb eines Weinberges – § 16 Abs. 1 Nr. 1a
0,50 m
2.) Kernobst- und Steinobstbäume auf schwach und mittelstark wachsenden Unterlagen und andere Gehölze artgemäß ähnlicher Ausdehnung – § 16 Abs. 1 Nr. 2
2,00 m  (innerorts 1,00 m)
3.) Obstbäume, soweit sie nicht in Nr. 2 oder Nr.4 genannt sind  – § 16 Abs. 1 Nr. 3
3,00 m  (innerorts 1,50 m
4.) Obstbäume auf stark wachsenden Unterlagen und veredelteWalnussbäume
– § 16 Abs. 1 Nr. 4b   4,00 m
5.) unveredelte Walnusssämlingsbäume  – § 16 Abs. 1 Nr. 5   8,00 m
6.) Obstspaliere können gepflanzt werden wie Hecken (siehe Ziffer 12.). Gegenüber Grundstücken in der Innerortslage ist mit Spalieren bis zu 1,8 m Höhe kein Abstand und mit höheren Spalieren ein Abstand entsprechend der Mehrhöhe einzuhalten.
Anmerkung:
Zu 1.: dürfen nicht höher als 1,80 m werden, es sein denn, dass der Abstand nach Nr. 2 eingehalten wird.
Zu 2.: die Gehölze dürfen die Höhe von 4,0 m nicht überschreiten, es sei denn, dass der Abstand nach Nr. 3 eingehalten wird.

II. Ziersträucher, Laub- und Nadelbäume

Abstände außerhalb geschlossener Wohnlagen in Klammern.

7.) Artgemäß kleine Gehölze bis 1,8 m Höhe, z.B. Forsythien, Spiraeen, Schneebeeren,
Buschrosen, Mahonien, kleine Cotoneaster  – § 16 Abs. 1 Nr. 1a
0,5 m (0,5 m)
8.) Baumschul- und Weihnachtsbaumkulturen sowie Weidenpflanzungen
1,00 m (1,00 m)
9.) Größere Gehölze bis 4,0 m Höhe, z.B. Flieder, Goldregen, Haselnuss, Sanddorn
1,00 m (2,00 m)
bei einer Erziehung auf über 4,0 m Höhe – § 16 Abs. 1 Nr. 2 und Abs. 2
1,50 m (3,00 m)
10.) Artgemäß mittelgroße oder schmale Bäume wie Birken, Blaufichten, Ebereschen, Erlen, Robinien (Akazien), Salweiden, Serbische Fichten, Thujen, Weißbuchen, Weißdornen, und deren Veredelung  – § 16 Abs. 1 Nr. 4a und Abs. 2
2,00 m (4,00 m)
10a.) geschlossene Bestände dieser Arten mit mehr als drei Gehölzen – § 16 Abs. 2
4,00 m (4,00 m)
11.) Großwüchsige Arten von Ahorn, Buchen, Eichen, Eschen, Kastanien, Linden, Nadelbäume, Pappeln, Platanen und anderen Bäumen artgemäßer Ausdehnung – § 16 Abs.1 Nr. 5
8,00 m (8,00 m)
11a.) Einzeln stehende großwüchsige Bäume, ausgenommen Nadelbäume, dürfen gegenüber Grundstücken in Innerortslage mit einem Abstand von 6,00 m gepflanzt werden.
12.) Hecken:  bis 1,80 m Höhe – § 12:  0,5 m   
über 1,80 m Höhe – § 12  0,5 m + Mehrhöhe über 1,8 m
Wichtig: Der Rückschnitt von Hecken auf die vorgeschriebene Höhe verjährt nicht.
Beseitigungsansprüche nach dem Nachbarrechtsgesetz verjähren in fünf Jahren
.
Bei späterer Änderung der artgemäßen Ausdehnung des Gehölzes beginnt die Verjährung von neuem (§ 26). Der Besitzer eines Gehölzes, das die nach Nr. 1, 2, 7-9 und 12 zulässige Höhe überschreitet, ist zur Verkürzung und zum Zurückschneiden verpflichtet, jedoch nicht in der Zeit vom 1. März bis 30. September.
Wichtiger Hinweis:
Beim Nachbarrecht handelt es sich um Privatrecht. Die Rechtsberatung ist Angehörigen der rechtsberatenden Berufe vorbehalten. Wir dürfen und können keine Rechtsberatung geben. Alle Angaben ohne Gewähr!

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Fragen und Kommentare zu "Grenzabstände in Baden-Württemberg"

  1. Marquardt sagt:

    Hallo,
    habe folgendes Problem :
    Wir wohnen in einer Doppelhaushälfte welche in der Tiefe ein Meter länger ist als die unseres Nachbarn. Somit ist unsere Hauswand ein Meter auch gleichzeitig ein Teil der Grenze mit anschliessendem Zaun.
    Nun hat unser Nachbar an dem einen Meter Hauswand einen schnellwachsenden Strauch in ca.30 cm Abstand gepflanzt. Dieser ist innerhalb von 3 – 4 Monaten auf eine Höhe von 2,50 m gewachsen.Habe Ihn letztes Jahr darauf angesprochen das ich das nicht gut finde und ich bedenken habe das die Wand veralgt da diese die Wetterseite ist und das Wurzelwerk meine Mauer im Boden beschädigen könnte,daraufhin hat er den Strauch im Herbst auf ca. 40 cm gekürzt , nun dieses Jahr das selbe Spiel wieder .Was kann man gegen so viel Ignoranz tun ?

    MfG

    • Da weiß ich mit den allgmenen Gesetzestexten des Nachbarrechts leider auch nicht weiter. Wie Sie es schildern, handelt es sich eher um eine Staude, die jedes Jahr einzieht und im nächsten Jahr wieder vom Boden austreibt. Das sollte kein bautechnisches Problem sein. Eine individuelle Rechtsberatung kann nur ein Anwalt geben. Schade, wenn das miteinander Reden nicht hilft. Schließlich ist ja jeder an einem einvernehmlichen Miteinander interessiert. Da wirkt sich ein Brief vom Anwalt meist als Bruch aus.
      Dennoch viel Erfolg!

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