EfeuBodendecker sind Stauden oder Gehölze, die den Boden durch ihre natürlichen Wuchseigenschaften in möglichst kurzer Zeit dicht überwachsen.

Wozu Bodendecker?

Die Natur versucht unentwegt, kahle Böden zu bewachsen und das gelingt ihr auf geniale Weise und mit beeindruckenden Tricks. Aber warum tut sie das und warum sollten wir in unseren Gärten ebenfalls kahle Flächen bepflanzen? Das sind die Hauptgründe:

  • Bodendecker festigen den Boden durch ihr Wurzelwerk und erschweren in Hanglagen einen Erdrutsch.
  • Bei Starkregen halten die Bodendecker das Wasser länger zurück und wirken so der Bodenerosion an Hängen entgegen.
  • Bewachsene Flächen trocknen nicht so leicht aus wie kahle Böden. Eine sogenannte Schattengare entsteht, in der richtig viel Leben herrscht.
  • Bei dichter Pflanzendecke haben es Unkräuter schwer, hochzukommen. Ist die Fläche einmal unkrautfrei, braucht sie wenig Zeitaufwand für die Pflege. Besonders kleine Flächen, Schattenlagen oder Böschungen sind die typische Verwendung der Bodendecker, weil sie hier weniger Pflegeaufwand bedeuten als Rasen.
  • Eine bepflanzte Fläche beherbergt jede Menge Kleinlebewesen und Mikroorganismen. Auch in dieser Hinsicht sind Bodendecker-Flächen einer Rasenfläche überlegen.

Nützliche Planztipps

Die Hacke verwenden Sie zwischen den Bodendeckern nur sparsam oder besser, gar nicht. Grundsätzlich sollten sie nur Flächen bepflanzen, die Frei von Wurzelunkräutern sind. Sind nämlich Giersch oder Quecke im Boden, wird auch der beste Bodendecker den Kampf verlieren. Um die Flächen in den ersten Jahren unkrautfrei zu halten, ist eine Auflage von Rindenmulch zu empfehlen. Das wird die ungewollten Kräuter zu beginn in Schach halten und nach drei Jahren sollte die Pflanzendecke so dicht sein, dass keine  oder nur sehr vereinzelt Samenunkräuter durchkommen.

UnkrautfolieWurzelvliesse und Folien zur Verhinderung von Unkraut müssen tabu sein! Es sind nicht nur Fremdkörper im Boden, sondern sie sind auch extrem schädlich für den Boden. Das Bodenleben und der Gasaustausch wird dadurch stark eingeschränkt. Natur sollte bitte auch Natur bleiben.

Oft erscheinen die Mengenempfehlungen je Quadratmeter sehr hoch. Das hat einen einfachen Grund: die Bodendecker sollen möglichst schnell dicht zusammenwachsen und so einen Schutz vor Unkraut, aber auch vor Bodenerosion bilden.

Die günstigste Pflanzzeit ist August bis September. So verschonen wir die Pflanzen beim Anwachsen vor brütender Sommerhitze und andererseits können sie noch vor dem Winter gut einwachsen. Auch das zeitige Frühjahr ist eine gute Pflanzzeit.

Die beliebtesten Bodendecker

Die am häufigsten verwendeten Bodendecker sind schnell wachsend und bilden eine dichte Decke. Jede Art hat ihre Vorzüge und Besonderheiten:

Bodendecker-EfeuEfeu

Efeu (Hedera helix) ist ein altbewährter, heimischer Bodendecker, der auch im lichtarmen Unterholz noch existieren kann. Er wird sehr dicht, ist extrem robust und breitet sich durch die langen Ranken schnell aus. Die Vögel lieben die Beeren und sorgen so zusätzlich für die Verbreitung des Bodendeckers.

Efeu erklimmt gerne Baumstämme und kann sie in wenigen Jahren dicht zuwuchern. Für die Vögel ist das ein Eldorado, aber der Baumpfleger mag den Efeu nicht so gerne. Unter den überwucherten Stämmen sind Stammschäden und Alarmsignale wie Risse oder Baumpilze nicht zu erkennen. Deshalb sollten Sie den Efeu moderat im Zaum halten.

ZwergmispelZwergmispel

Die Zwergmispel oder Kriechmispel (Cotoneaster dammeri) gibt es in vielen Arten und Sorten. Sie wachsen schnell, sind anpassungsfähig, stark unkrauthemmend, besonders schnittverträglich und geben dem Boden in kurzer Zeit Schutz vor Erosion. Ihre weißen Blüten zeigen sie nur kurze Zeit, die roten Beeren sind je nach Sorte eine attraktive „Beigabe“.

Lange Zeit waren Zwergmispeln in ihren zahlreichen Variationen die erste Wahl in Gärten und öffentlichen Anlagen. Niedrige Sorten sind z.B. C.dammeri radicans oder C.salicifolius Parkteppich. Cotoneaster microphyllus eher langsam wachsend, kleinblättrig und niedrig. Stark wachsende, höhere Sorten für größere Flächen sind C.dammeri Jürgl und C.dammeri Skogholm.

Bodendecker-ImmergruenKleines Immergrün

Es hört auf den Namen „Vinca minor“ und ist in blau- oder weiß blühenden Sorten zu bekommen. Es wuchert nicht so schnell wie Cotoneaster, aber dafür blüht es von Mai bis September, bleibt niedrig im Wuchs und eignet sich auch für schattige Lagen.

Acht Pflanzen je Quadratmeter sollten Sie aber schon vorsehen, damit auch ein dichter Bewuchs erreicht wird. Vinca liebt humosen, lockeren Boden.

Pachysandra_terminalisDickmännchen

Pachysandra terminalis ist besonders für Schatten und Halbschatten geeignet. Es gehört eher zu den schwach wachsenden Arten und bleibt mit 20-30 cm Wuchshöhe im unteren Bereich.

Das Dickmännchen liebt lockeren, humosen Boden und ist empfindlich gegen Bodenverdichtung. Es verträgt starken Wurzeldruck und ist deshalb als Unterwuchs unter Bäumen geeignet. Die Blüte im April/Mai ist eher unscheinbar. 8 Pflanzen je qm.

HeckenmyrtheHeckenmyrthe

Die Heckenmyrthe (Lonicera nitida) wächst sparrig aufrecht bis zu einem Meter hoch. Man verwendet sie häufiger für kleine Hecken. Als Bodendecker braucht sie größere Flächen, sonst braucht sie regelmäßigen Rückschnitt.

5-6 Pflanzen reichen für einen qm. Gut für Formschnitt geeignet. Auch ein radikaler Rückschnitt auf 10cm ist möglich. Dadurch treibt sie aus der Basis wieder aus.

PurpurbeerePurpurbeere

Die Purpurbeere oder auch Schneebeere (Symphoricarpos chanaultii Hancock) wächst bogig überhängend mit langen Trieben und bis 100 cm hoch. Wird sie nach einigen Jahren licht, dann hilft ein Radikalschnitt auf 20cm Höhe und sie wächst wieder dicht zusammen.

Symphoricarpos ist für Sonne und Schatten gleichermaßen geeignet. Sie wirft das Laub ab, ist also nicht immergrün. Im Juni/Juli zeigt sie spärliche rosa Blüten. Vier Pflanzen je qm reichen aus.

Fingerstrauch
Fingerstrauch

Der Fingerstrauch (Potentilla fruticosa) ist ein unermüdlicher Dauerblüher von Mai bis Oktober. Die Sorte „Goldteppich“ bleibt mit 40cm noch ziemlich niedrig. Es ist eine hervorragende Gruppenpflanze.

Als Bodendecker bildet er allerdings keine so dichte Decke wie andere Arten und lässt daher leichter Unkräuter hochkommen. Der Fingerstrauch ist sommergrüner Sonnenliebhaber. Achten Sie beim Kauf auf Mehltau-resistente Sorten. Fünf Pflanzen je Quadratmeter genügen.

Bodendecker-Johanniskraut
Johanniskraut

Johanniskraut (Hypericum) ist eine heimische Heilpflanze. Mit dieser Urform haben die gezüchteten bodendeckenden Arten und Sorten nicht mehr viel gemein.

Hypericum calycinum bildet mit seinen Ausläufern schnell eine dichte Decke und ist sowohl für sonnige, wie auch für schattige Standorte geeignet. Der Boden soll locker, durchlässig und eher trocken sein. Die großen, gelben Blüten zeigen sich von Juli bis September. 5-6 Pflanzen je Quadratmeter.

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