MotorsägeWelche Motorsäge ist die richtige und was ist beim Kauf zu beachten? Mit diesem Motorsägen-Ratgeber will ich Klarheit schaffen im Dschungel der unzähligen Angebote aus Bau- und Fachmärkten.

Gehen wir dazu systematisch vor nach dem Verwendungszweck. Aber zuvor ein paar allgemeine Anmerkungen und auch Warnungen.

Erfahrungen aus der Praxis

  • Die drei Topmarken der Profis sind Stihl, Husqvarna und Dolmar. Das sind Maschinen, die für den harten Dauereinsatz konstruiert sind. Sie sind mit Billigprodukten aus Fernost nicht vergleichbar.
  • Motorsägen der „Billig“-Kategorie will ich nicht generell verteufeln, aber ein bischen Misstrauen ist bei einer Elektrosäge mit 30cm Schwert für 50 € durchaus angebracht. Oft ist billig dann doch teuer. Ganz besonders gilt das für die klassischen Motorsägen mit Verbrenner.
  • Einhand-Motorsägen gehören nur in die Hände von Profis und auch sie setzen sie nur in bestimmten Situationen ein, z.B. bei Kletterarbeiten im Baum. Die Einhand-Sägen sind extrem unfallträchtig, weil das Gefahrenpotential durch Kettensprünge oder beim Sägen mit haltender Hand nicht hoch genug einzuschätzen ist.
  • Regelmäßiges warten der Maschine und das Schärfen der Kette ist wichtiger als das Fabrikat. Ich beobachte immer wieder, dass Heimwerker auf ihre Motorsäge schimpfen, aber nicht daran denken, die Kette zu schärfen.
  • Wir verwenden biologisch abbaubares Sägekettenöl. Das kann nach längeren Standzeiten aber verkleben. Im privaten Einsatz, wo die Kettensäge auch mal über Monate nicht arbeitet, verwenden Sie also besser herkömmliches Sägekettenöl.
  • Das Schärfen der Kette ist eigentlich kein Problem, allerdings bedarf es etwas Übung. Mit einem passenden Feilenset und einer Schwerthalterung schärfen wir die Kette auch mal vor Ort. Aber die Fachwerkstatt macht das besser und – rechnet man die Arbeitszeit – auch günstiger. Von den elektrischen Schärfgeräten der 30-Euro-Klasse rate ich ab. Sie sind zu ungenau und richten eine gute Kette schnell zugrunde.
  • Manche Modelle sind mit einer werkzeuglosen Ketten-Schnellspannung ausgestattet. Das ist recht praktisch, weil man den Schlüssel nicht überall zur Hand hat.
  • Denken Sie an Ihre Sicherheit! Ein Helm mit Visier und zumindest eine Schnittschutzhose sind Pflicht.

Die Elektro-Kettensäge

Der schlagende Vorteil von Elektromotoren ist ihr leiser Einsatz im Vergleich zum Verbrennungsmotor. Die Kabel gebundene Maschine ist außerdem leichter. Aber das war es dann auch schon mit den Vorteilen.  Der größte Nachteil ist das KABEL! Irgendwann wird jedes Kabel durchgesägt oder zumindest verletzt. Außerdem ist der Einsatz sehr beschränkt. Die E-Säge ist eigentlich nur zu hause zu  gebrauchen, um große Stammstücke zu zerlegen. Zum Ablängen ist eher die Kreissäge zu gebrauchen.

Kabel gebundene Kettensägen werden bei Billiganbietern für ihre Schwertlänge meist zu schwach motorisiert.

Die Akku-Kettensäge

Akku-Kettensägen haben den Vorteil, dass sie leise und mobil einsetzbar sind. Bei Kletterarbeiten im Baum sind sie hervorragende Helfer. Für gelegentliche, leichte Schnittarbeiten bei einer Schwertlänge von bis zu 30cm arbeiten wir stundenlang im Baum. Im Dauereinsatz ist der Akku jedoch nach 20 bis 30 Minuten leer. Aber zum Stämme zerlegen sind die Akku-Kettensägen auch nicht gedacht.

Hier einige Beispiele zu Akku-Kettensägen bei Amazon

Die Zweitaktmotor-Kettensäge

Die klassische Motorsäge ist die Kettensäge mit Zweitaktmotor. Und hier kann ich wirklich nur zu Markengeräten raten. Jeder, der eine zweitklassige Motorsäge nach ein paar Monaten Standzeit wieder zum laufen bringen will, kennt das Problem: Sie springt nicht an! Erst nach vielen Versuchen, Reinigung des Vergasers oder Austausch des Kraftstoffs läuft sie wieder – oder sie muss in die Werkstatt. Wir arbeiten mit Stihl-Sägen und hatten noch nie Startprobleme. Auch von Kollegen, die täglich mit Dolmar- oder Husqvarna-Sägen arbeiten, weiß ich, dass sie zufrieden sind. Selbst nach einigen Monaten Pause starten sie problemlos zur neuen Saison.

Im professionellen Einsatz sind synthetische Zweitakt-Kraftstoffe (z.B. Aspen2) vorgeschrieben, weil sie weniger schädliche Abgase ausstoßen. Darüber hinaus schonen sie den Motor. Gönnen Sie sich die Mehrkosten ihrer Gesundheit zuliebe. Dadurch sparen Sie sich auch das Mischen mit dem Zweitaktöl und der Vergaser verklebt nicht so schnell.

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Was sagt der Motorsägen-Ratgeber nun zur richtigen Wahl?

Welche Kettensäge ist die richtige?

Grundsätzlich gilt: so leicht wie möglich, so schwer wie nötig. Wenn Sie einige Stunden mit einer schweren Säge gearbeitet haben, werden Sie die kleinen Maschinen lieben.

Die Kettensäge für den (Halb-) Profi

Wer also z.B. sein Brennholz selbst schlägt und zerlegt, der wird mit zwei Sägen arbeiten. Eine leichte mit 25cm Schwert zum Entasten und für leichte Stämme; und eine kraftvolle Maschine mit 40cm Schwert für das Stammholz. Das dürfte das Alltags-Spektrum abdecken. Hier kommen ausschließlich Verbrennungsmotoren zum Einsatz. Und hier lohnt sich eine Marken-Kettensäge ganz bestimmt!!!

Für gelegentliche Schnittarbeiten im Garten

Im Garten ist eine Kabel gebundene Elektrosäge tabu: zu umständlich und zu gefährlich. Eine Säge mit Verbrennungsmotor ist laut. Ideal ist in diesem Fall eine Akku-Kettensäge mit einer Schwertlänge von 15 bis maximal 25cm.

Allenfalls für seltenes Brennholz sägen taugt auch die Elektro-Kettensäge mit Kabel.

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Fragen und Kommentare zu "Motorsägen-Ratgeber"

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